Im neutestamentlichen Brief an Titus
sieht es ähnlich aus. Weder die Worte Lob, Dank, Bitte, Gebet, Beten sind
vorhanden, noch indirekte Hinweise wie Opfer, anrufen oder ähnliches. Nach dem
Durchschauen der 3 Kapitel kommt Titus 1:4 einem Gebetsvers am nächsten.
„An Titus, mein echtes Kind nach unserem
gemeinsamen Glauben:
Gnade, Barmherzigkeit, Friede sei mit dir von Gott, dem Vater,
und dem Herrn Jesus Christus, unserem Retter!“
Paulus war schnell dabei, Segen über solche auszusprechen,
die er liebte, die ihm am Herzen lagen und die Jesus nachfolgten. Allerdings –
was hatte Paulus zu geben? Guten Willen, ein segensbereites Herz, eine innige
Freundschaft – all das und sicher noch mehr. Aber Segen Gottes in eigener Kraft
auszuteilen ist keinem Menschen möglich. Ist es göttlicher Segen, muss
er von Gott kommen. Den Segen, den Paulus hier seinem Mitarbeiter Titus
zuspricht, zeichnet sich aus durch „Gnade,
Barmherzigkeit und Frieden.“ Alle drei Segensinhalte können und sollen
nicht von Paulus kommen, denn er selbst hat nicht die Vollmacht, über Gottes
Segen zu verfügen. „Gnade, Barmherzigkeit
und Frieden“ sollen von Gott, dem Vater und Jesus, dem Retter kommen.
In verschiedenen Briefen schreibt Paulus über sein Gebetsleben.
Paulus hat viel und intensiv für seine Mitarbeiter und die von ihm gegründeten
Gemeinden gebetet. Und es werden genau diese Gebete gewesen sein, die auch im
Leben des Titus Gnade, Barmherzigkeit und
Frieden zugesprochen und bewirkt haben.
Ohne das Gebet zu erwähnen, kann Paulus seinem Freund Titus
den Segen zusprechen, den nur Gott geben kann, denn er hat diesen Segen für
Titus von Gott erbeten.
Ich muss an unsere Redewendungen denken: „Gesegnetes
Wochenende!“, „Gottes Segen zum Geburtstag!“, „Gesegnete Reise!“, Gesegnete
Feiertage! … Wir sagen sie, wir
schreiben sie – aber was meinen wir dabei? Erhoffen wir uns mehr davon als von
den Worten: „Alles Gute zum Geburtstag!“ oder "Frohe Ostern!"? Wenn ja, warum? Ich muss zugeben, dass ich nur manchmal, relativ
selten, ein Gebet zum Herrn schicke und Ihn bitte, den Menschen zu segnen, dem
ich gerade Gottes Segen zuspreche.
Ich gehe felsenfest davon aus, dass das anders war bei den
Segnungen, die Paulus aussprach. Die waren sicher (fast) alle durch Gebet vom
Vater im Himmel erbeten und von Ihm freigesetzt – und kamen darum beim
Gesegneten an.
Vielleicht können / wollen wir es lernen, die Formulierung „Der
Herr segne Dich!“ viel bewusster zu gebrauchen und immer mit einem Gebet zu
verbinden. Denn zusprechen können wir den Segen, aber erbitten sollten wir ihn im
Gebet vom Herrn!
In diesem Sinne: einen gesegneten Dienstag!
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