Am Donnerstag, dem 12. März 1812 kam ein Mitarbeiter zu Carey gelaufen. „Feuer!“ rief er nur. Die Druckerei stand in Flammen. Alle Versuche, die Bücher, das Bibelpapier und die Punzen (Buchstabenstempel) zu retten, waren vergebens und die ganze Halle brannte in dieser Nacht nieder. Wie muss sich Carey gefühlt haben? Es muss ihm den Boden unter den Füßen weggezogen haben, denn seine ganze Arbeit war dahin – und das, obwohl er sie doch für den Herrn getan hatte? Einen Lichtblick gab es zwar, denn die Punzen für 14 Sprachen hatten den Brand überlebt, doch Carey spürte den Verlust; und es nagte an ihm. Später schrieb er unter Tränen:
„In einer einzigen Nacht ist die Arbeit von Jahren vernichtet worden. Wie unerforschlich sind Gottes Wege! Ich hatte eben einige Werke zur höchsten mir möglichen Vervollkommnung gebracht und ich betrachtete die Mission vielleicht mit zu viel Selbstgefälligkeit. Der Herr hat mich gedemütigt, damit ich noch einfältiger zu ihm aufschaue.“
Wie sehr muss es an seine Substanz gegangen sein. Doch er suchte den Fehler nicht bei Gott. Denn William Carey wußte: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr“ – Jesaja 55,8
Carey fand angeblich keine Erklärung, warum Gott seine Druckerei abbrennen ließ. Doch für ihn war klar, dass es einen Grund geben muss und dass Gott nie aus Willkür handelt. Er spürte, dass Gott durch dieses Ereignis an ihn arbeiten wollte und das gab ihm neuen Mut. Am darauffolgenden Sonntag kam für ihn nur ein Predigttext in Frage „Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin.“ (Psalm 46,11)
Eine scheinbare Niederlage im geistlichen Kampf eines Dieners Jesu. Das war die Art Kampf, in dem Carey stand, als er in Indien als Lehrer, Sprachforscher und Bibelübersetzer arbeitete. Carey verzichtete auf Karriere und Ruhm und nahm auch heftige Rückschläge aus Gottes Hand an, um sein ganzes Leben einzusetzen für die Verbreitung der Bibel.
Ein charakteristischer Vorfall wird über ihn erzählt. Bevor er England verließ, ging von Dorf zu Dorf und predigte das Evangelium, denn seine Seele war erfüllt von der Liebe Gottes. Eines Tages sagte ein Freund zu ihm: "Herr Carey, ich möchte etwas sehr Ernsthaftes mit Ihnen besprechen." "Nun", sagte Carey, "um was geht es denn?" Der Freund antwortete: "Indem Sie ständig umherreisen und predigen, vernachlässigen Sie Ihr Geschäft (als Schuster). Wenn Sie sich nur mehr um Ihr Geschäft kümmern würden, wäre alles in Ordnung und Sie würden bald wohlhabend werden und aufsteigen. Aber so, wie es momentan läuft, vernachlässigen Sie einfach Ihr Geschäft." "Mein Geschäft vernachlässigen?", sagte Carey und sah ihn fest an. "Mein Geschäft ist es, das Reich Gottes zu verbreiten. Ich mache nur Schuhe, um die Kosten zu tragen."
Hätte Gott es nicht leichter, ermutigender und unfallfreier halten können? Doch! Hätte Er! Hat Gott Seinem Diener je erklärt, warum manche Dinge anders gelaufen sind als erhofft? Nicht, dass wir wüssten. Dazu ist unser Herr auch nicht verpflichtet. Schlechte Dinge geschehen auch im Leben guter Menschen. Auch in Deinem und meinem Leben. An uns ist es, zu vertrauen und uns im Leben und im Sterben, in Gewinn und in Verlust – wie William Carey – an dem Vers aus Römer 8:28 festzuhalten:
„Wir
wissen aber, dass denen, die Gott lieben,
alle
Dinge zum Besten dienen.“
Die Entscheidung, daran festzuhalten und die Kraft, danach zu leben, muss wachsen. Sie wächst in der lebendigen, täglichen Gemeinschaft mit Jesus.

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