Das zweite Mal war es am Abend in einem übergemeindlichen
Gebetskreis. Eine Person betete in etwa so: „Herr
du siehst das Problem, dass so viele Christen ihre Spenden an alle möglichen
Organisationen schicken, nur nicht an ihre Gemeinde – und die anderen, die
geben nur an die Gemeinde, aber nichts für Mission.“ Recht untypisch für
eine Gebetsgemeinschaft fiel ihm seine Frau in den Satz und vollendete ihn „… oder sie geben gar nicht.“ Wir
anderen lächelten ob der Art und Weise des Gebets, und ich bin sicher, dass
auch Gott verständnisvoll gelächelt hat.
Danach kam mir ein Comicbild in den Sinn, auf dem der
Pastor auf der Kanzel steht und seiner Gemeinde freudig verkündigt: „Ich habe eine gute und eine schlechte
Nachricht für die Gemeinde. Die gute Nachricht ist: Wir haben genug Geld für
unser neues Projekt. Die schlechte Nachricht ist: Das Geld steckt noch in Euren
Portemonnaies.“
Schließlich las ich später am Abend Nachrichten und
entdeckte einen Artikel, überschrieben mit den Worten: „Deutsche reich wie nie“. Verwundert las ich, dass die Deutschen 2012
soviel neues Geldvermögen angehäuft haben, wie seit 1993 nicht mehr.
‚Damit sind die
Deutschen so reich wie nie’ heißt es im Artikel, und weiter: ‚In der Regel wächst das Geldvermögen der
Deutschen stetig.’ Selbst die Verluste durch die Finanzkrise 2008/2009 wurden
längst wieder aufgeholt.
Und wir Christen stecken mitten drin in all diesen
Überlegungen. Wir Christen gehören tatsächlich zu denen, die allen Grund haben,
dankbar zu sein, weil Gott uns reich beschenkt. Wir Christen haben eine
Gemeinde, in der wir versorgt werden, die Gott tatsächlich durch unsere Spenden
segnen und durch die Er Sein Reich in aller Welt bauen möchte. Vielleicht nicht
wir alle, aber sicherlich nicht wenige Christen haben tatsächlich Geld im Portemonnaie,
das eigentlich im Klingelbeutel oder auf dem Gemeindekonto liegen sollte, damit
es für Gottes Reich eingesetzt werden kann. Und wir Christen gehören tatsächlich
zu einem Volk, das kollektiv so reich ist, wie nie zuvor.
„Aber zu denen gehöre
ich nicht!“ schießt es mir durch den Kopf. „Doch, klar!“ ist der zweite Gedanke. Auch ich lebe im Überfluss,
habe mehr Kleidung im Schrank als ich brauche, mehr CDs im Ständer als viele
andere, mehr Lebensmittel im Kühlschrank als nötig und ein besseres Bett als
die meisten Menschen weltweit. Warum besitze ich 5 Kugelschreiber oder mehr, so
viele Bücher, die ich nie gelesen habe? Doch! – ich gehöre zu den Reichen dieser Welt!
Und was wir Reichen der Welt unbedingt wissen müssen, ist
die Tatsache dass Gott Rechenschaft darüber fordert, was wir mit dem
(finanziellen) Segen gemacht haben, mit dem Gott uns segnet. Viele Menschen ohne
Glauben setzen ein Vermögen ein zur Erhaltung der Umwelt, für ihre politischen
Ziele oder zur Rettung der Walfische. Gott hat auch mich gesegnet, egal ob ich Student
oder Studienrat bin. Den Segen, den Er uns gegeben hat, sollen und dürfen wir großzügig
weitergeben zur Förderung Seiner Ziele. Auch wir Christen helfen tatkräftig mit
zur Erhaltung der Schöpfung, Linderung der Not und Speisung der Hungrigen. Aber
diese Ziele sind in letzter Instanz bestenfalls zweitrangig und können von
jedem Menschen unterstützt werden. Unser erstes Ziel als Christen, für das wir
leben, geben und beten ist die ewige Errettung des Menschen und die Erfüllung
der Erde mit der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn. Die „Kollekte“ kann
auch schon mal in die Welt investiert werden, aber das „Opfer“ ist für das
Reich Gottes.
„Denn die Erde wird erfüllt werden
von der
Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn,
gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken.“ (Habakuk 2:14)
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