„So sind wir Menschen. Wir singen und beten in aller Gemütlichkeit. Geht aber mal was verquer, dann zeigt sich´s, wie erbärmlich wenig Gottvertrauen wir haben. “ (Pastor Wilhelm Busch)

Dienstag, 27. Januar 2026

Ohm Michel

Einige Jahre lang gab es dienstags an dieser Stelle immer einen Beitrag zu einer Miniserie zu lesen. Anfang des Jahres hatte ich angekündigt, dienstags kurze Biografien einzustellen. Leider ist mir das bisher nur 1x gelungen 😊.  Ich habe mein Vorhaben schlichtweg vergessen. Aber vielleicht entwickele ich ja erneut ein Maß an positiver Routine. Heute soll es jedenfalls mit einer Biografie weitergehen.

Ohm Michel
Ich hätte ihn gerne kennengelernt! Nur einige alte Leser dieser Zeilen werden sich durch die Geschichten ihrer Eltern noch an ihn erinnern: Ohm Michel. Als Siegerländer gehörte er zu uns und ist Teil unserer Geschichte. Ohm Michel war ein Unikum. 1820 wurde er geboren und christlich erzogen. Allerdings bewahrte ihn die christliche Erziehung nicht vor einem Abrutschen in immer tiefere Kriminalität. Wegen Geldfälscherei wurde er schließlich zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Dem Freiheit liebenden Ohm Michel bekam die Haft gar nicht. Körperlich und seelisch kam er auf dem Nullpunkt an und wurde wiederholt von Suizidgedanken geplagt. Sein Leben schien ihm sinnlos, zerstört und ohne Hoffnung. Eines sonntags findet er auf dem Gang zur Kapelle eine Glasscherbe, nimmt sie mit und plant, sich nach dem Gefängnisgottesdienst die Pulsadern aufzuschneiden, um sich das Leben nehmen. Christliche Erziehung allein konnte ihn nicht zu einem guten Menschen machen. Am selben Sonntag wurde der Vers aus der Bibel vorgelesen, der besagt (Hesekiel 18:32?):

 „Gott will nicht den Tod des Sünders,
 sondern dass er sich bekehre und lebe!“

Es war dieser Vers, der Ohm Michel nicht mehr in Ruhe ließ und ihn dazu bewegte, seine gesammelten Sünden und seine ganze Zukunft in Jesu Hände zu legen. Es war Jesus Christus, der dann seine Sünden vergab und ihm einen komplett neuen Anfang im Leben ermöglichte. Ohm Michel wurde zu einem Siegerländer Original, mit einem einzigen Ziel im Leben: seinen Zeitgenossen die Hoffnung zu bringen, die Jesus allen Menschen anbietet.

Sein völlig verändertes Leben bewirkt nach 12 Jahren eine frühzeitige Haftentlassung und er begann unter den kritischen Augen der Gesetzeshüter und seiner Mitmenschen ein neues, schlichtes Leben in Freiheit. Immer und in allem war er bestrebt, ein Zeugnis der erneuernden Kraft Gottes zu bezeugen. Besonders Menschen, die, wie er es einst war, am Rande der Gesellschaft lebten, fanden in ihm einen liebevollen Seelsorger und ehrlichen Ratgeber. Das Wort Gottes traf auf Ohm Michel zu, wenn es heißt (Lukas 7:47):
 
„Wem viel vergeben ist, der liebt viel!“

Wie vielen Menschen der Ex-Kriminelle, Ohm Michel, in den 40 Jahren seines Dienstes nach seiner Entlassung den Weg zu Vergebung und neuem Leben durch Jesus zeigen durfte, wird die Ewigkeit offenbaren. Sein Leben ist ein Zeugnis davon, dass es bei Jesus keine hoffnungslosen Fälle gibt und dass ein Leben in der Hingabe eine ganz reiche Ernte für das Reich Gottes einbringen wird – selbst wenn es erst in der zweiten Lebenshälfte beginnt.

Ohm Michel starb am 13. April 1900 mit 80 Jahren. Seine Botschaft lebt bis heute, denn Jesus Christus lebt! Bis heute verändert Er Leben, vergibt Sünden und schenkt einen Neuanfang. Denn bis heute gilt Gottes Wort: 
 „Gott will nicht den Tod des Sünders, 
sondern dass er umkehre und lebe!"

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