An unseren "Biographie-Dienstagen" soll es in den nächsten 3 Wochen um einen meiner "Helden" gehen. Heute der erste Beitrag.
Adoniram Judsons Missionsland war
zunächst Indien, dann Burma, das heutige Myanmar. Er machte alles durch:
Eine schwierige Sprache, Widerstand durch die Landesreligion,
Gefängnis, den Tod seiner tapferen Frau, Tod mehrerer Kinder und – für
mich am beeindruckendsten – eine Zeit der Einsamkeit und inneren Not, in
der er an seinem Glauben zu zweifeln begann und sich zum Buddhismus
hingezogen fühlte. Durch Gottes Gnade überwand er diese schwere Zeit
innerer Zerrissenheit. Nach 37 Jahren Missionsarbeit und nur einem
Besuch in seiner Heimat, Amerika, starb Judson im Alter von nur 61
Jahren. Sein Plan war gewesen, die Bibel in die burmesische Sprache zu
übersetzen und eine Gemeinde mit 100 Gläubigen zu gründen. Als er starb,
war die Bibel übersetzt, 100 Gemeinden gegründet mit über 8000
Gläubigen. Ein Monument an Frucht für Jesus – aber nicht kostenlos –
weder für ihn selbst noch für seine Familie.
Ich kann mich
leider nur noch schwach an die Zeit vor ca 35 Jahren erinnern, als ich
mit meinem Schwiegervater (und meiner Schwiegermutter) gesprochen habe,
um ihr Einverständnis zu bekommen, ihre Tochter zu heiraten. Ja, ich
hatte studiert – aber eben nur die Bibel – und das nicht an einer
Universität, sondern einer Bibelschule ohne akkreditierten Abschluss.
Irgendwie meine ich, mich an einige Bedenken meiner Schwiegereltern
erinnern zu können. Sie wollten das Beste für ihre Tochter und ein Maß
an Sicherheit. Dankbarerweise haben sie dann doch zugestimmt.
Welche potenziellen Schwiegereltern würden zugestimmt haben, hätte
Adoniram Judson um die Hand ihrer Tochter angehalten? Hätte ich, als potenzieller Schwiegervater, zugestimmt? Mit folgenden Worten ging er zu
seinem Schwiegervater, um die Hand der Tochter zu bitten:
Kannst Du all dem zustimmen um Seinetwillen, der Seine himmlische Heimat aufgegeben hat und für sie und Dich gestorben ist; um der verlorenen, unsterblichen Seelen willen? Wegen Zion und der Herrlichkeit Gottes? Kannst Du zustimmen in der Hoffnung, Deine Tochter bald in der Welt der Herrlichkeit wiederzusehen, mit der Krone der Gerechtigkeit, erhellt durch die Rufe der Anbetung, die von den Heiden zu ihrem Retter aufsteigen – Heiden, die durch ihren Einsatz gerettet wurden von ewigem Weh und Verzweiflung?“
Judson wusste, dass das Weizenkorn nur dann Frucht bringt, wenn es in die Erde fällt und stirbt. Dann aber bringt es gewaltig Frucht. Er war bereit zu sterben. Er war bereit, auch ledig zu gehen, er war bereit, aufzugeben und loszuziehen. Er war bereit für Gefängnis, Einsamkeit, widrige Lebensumstände, Trauer und einen frühen Tod.
Aber welch ein Segen! Bis heute, 165 Jahre nach seinem Tod, bringen sein Leben und sein Vorbild Frucht für Jesus. Er war bereit, den Preis zu zahlen. Seine Frau und sein Schwiegervater ebenso.

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