„Wenn ich auf fünfzig Jahre Dienst zurückblicke, erinnere ich mich an unzählige Prüfungen, Schwierigkeiten und Zeiten erdrückenden Schmerzes. Aber durch all das hindurch hat sich der Herr als treu, liebevoll und vollkommen wahrhaftig in all seinen Verheißungen erwiesen.“ (David Wilkerson)

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Zwischenruf: Mai Thi Nguyen-Kims „Meinung“

Sie ist durch verschiedene Sendungen im Fernsehen gut bekannt. Als Moderatorin, Autorin, YouTuberin, Chemikerin, Kommentatorin, Wissenschaftsjournalistin und vieles mehr hat sich die Tochter vietnamesischer Eltern in Deutschland einen Namen gemacht. Ihr sympathisches und fachlich oft fundiertes Auftreten hat ihr viele Fans gebracht. Was allerdings am 29.12.2025 im Internet zu lesen war, hat dann doch mehr als ein Stirnrunzeln hervorgerufen.

Unter der Überschrift "Die christliche Idee einer kleinen Kernfamilie ist fehlerhaft" wird ihr die Frage gestellt: Sie sind Mutter zweier Kinder. Wie gelingt Ihnen und Ihrem Ehemann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?“  Sofort beginnt sie mit einer negativen Aussage über das, was sie (fälschlicherweise) als „christliche Idee einer kleinen Kernfamilie“ bezeichnet.

Ihre Antwort beginnt mit: „Meiner Meinung nach ist die christliche Idee einer kleinen Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater und Kindern, fehlerhaft. Insofern halte ich das Sprichwort "Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen" für absolut korrekt. Ich für meinen Teil habe das große Glück, ein solches Dorf in Form meines Partners, meiner Eltern und auch einer guten Kita um mich herum wissen zu dürfen.“ 

Wieso Frau Nguyen-Kim meint, deren Eltern aus dem buddhistischen Vietnam kommen,  dass eine kleine Kernfamilie aus Vater, Mutter und Kindern eine „christliche Idee“ sind, bleibt ein Geheimnis. Warum sie überhaupt Bezug nimmt auf christliches Gedankengut, bleibt ein noch größeres Geheimnis. Sie hat sich nie zum christlichen Glauben bekannt, bezeichnet sich selbst als Agnostikerin* und versteht die Existenz Gottes als eine Frage des Glaubens. In der an sie gerichteten Frage wird keine religiöse Meinung erfragt.

Ist also die Idee einer „kleinen Kernfamilie“ eine „christliche“ Idee? Nein! Das Gegenteil ist eher der Fall. Große Familien werden in der Bibel als Segen beschrieben (Psalm 107:38; Psalm 127:3+5; 1 Mose 28:3; 1 Chronik 28:5; Galater 4:27 u.v.a.) Frau Nguyen-Kim nennt als Gegenpol zur ‚kleinen, christlichen Kernfamilie‘ ihren Partner, ihre Eltern und eine gute Kita. Das bedarf keines ausführlichen Kommentars. Auch Christen haben Ehepartner, Eltern und, in vielen Fällen, eine gute Kita. Dazu haben fast alle Christen eine Gemeinde mit zusätzlichem, altersgerechten Kinderprogramm während der Gottesdienste und weiteren Angeboten unter der Woche. 

Diese Zeilen wenden sich nicht gegen Frau Nguyen-Kim generell. Ihrer inkorrekten Meinung über die „kleine Kernfamilie“ als „christliche Idee“ muss allerdings widersprochen werden.

Wir lassen die Doktoren und Doktorinnen der Chemie gerne über Chemie lehren.
Aber wer sich als Agnostiker bezeichnet, darf die Definition von „christlichen Werten“ gerne den Christen überlassen.
Mit anderen Worten: „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ 

* Agnostiker legen sich bei der Frage nach der Existenz Gottes nicht fest, da sie diese für unbeweisbar halten. Statt einer positiven oder negativen Haltung zur Existenz Gottes sagt der Agnostiker: ‚Man kann es nicht wissen, darum weiß ich es nicht.'

Vorsätze

Und? Wie hältst Du es mit Vorsätzen? Ich kenne solche, die vehement dagegen sind. Für sie sind Vorsätze Quatsch, gesetzlich, kindisch ... oder sonst was. Akzeptiert! Nicht jeder muss die gleiche Meinung haben! – Andere finden Vorsätze hilfreich. Man muss ja nichts übertreiben. Näme ich mir vor, jeden Tag einen Bibelvers zu lernen, wäre das zum Scheitern verurteilt. Jede Woche einen – würde (bei mir) auch nicht funktionieren. Aber vielleicht monatlich einen – das wären zwar nur 12 im Jahr, aber am 31.12.2026 hätte ich 12 Verse mehr im Herzen als heute. Vielleicht einen Versuch wert.

Seit Jahren gehe ich (erfolgreich) mit dem Vorsatz ins neue Jahr: „Keine Tageszeitung, bevor ich nicht die Bibel gelesen habe.  Gesetzlich? Nicht im Geringsten! Hat ja niemand angeordnet, sondern es ist eine persönliche Entscheidung. Ähnlich, wie der Wecker manchem morgens hilft, sich zu disziplinieren und aufzustehen. Ebenso hilft mir mein Vorsatz, das Wichtigste zur Hauptsache zu machen und die Nebensache hinten anzustellen.

Kürzlich las ich eine lustige, aber nachdenkenswerte Liste. Sie ist lustig, weil man sich durchaus in den „Erklärungen“ wiederfinden kann. Dabei klingt alles so logisch und nachvollziehbar. Hier ist die Liste, überschrieben mit: „Vorsätze eines Rückfälligen

JANUAR: Ich nehme mir hiermit vor, ab diesem Jahr zur Kirche zu gehen. Aber ich beginne erst im Februar damit. Erst müssen mal Ferien und Urlaub vorüber sein. Die sind immer recht anstrengend, wie jeder weiß.
FEBRUAR: Das Wetter ist schrecklich. Ich fange an, wenn es etwas wärmer wird. Ich hab einfach zu dünnes Blut in dieser Jahreszeit.
MÄRZ: Gehe grade durch ständige Krankheit und Erkältungen. Ich muss mich von all diesen Viren fernhalten. Man muss da echt vorsichtig sein.
APRIL: Ostern! Diese Menschenmengen. Man kriegt nicht mal mehr einen gescheiten Platz. Aber mich wird sowieso niemand vermissen. Es sähe zudem blöd aus, wenn ich nur an Ostern auftauchen würde.
MAI: Den ganzen Winter über hab ich kaum das Haus verlassen. Jetzt wird das Wetter endlich besser ... außerdem ist es die Zeit verschiedener Familientreffen.
JUNI: Ich werde warten, bis unser Baby etwas älter ist. Wie in aller Welt können Eltern ihre gerade mal zwei Wochen alten Babys in den Gottesdienst mitbringen und dann nie einen Sonntag verpassen?
JULI: Mann, ist das Wetter toll!!! Wir haben ja immer noch die Hütte am See und das Boot, das wir sonntags nutzen dürfen.
AUGUST: Der Pastor macht Urlaub. Er wird es nie rauskriegen, wenn ich jetzt nicht da bin. Die Gastredner hab ich eh nie gemocht. Aber wenn der Pastor dann zurück ist, dann ...
SEPTEMBER: Schulanfang. Also Ferien und Urlaub haben mich total zurückgeworfen in meiner Arbeit. Muss unbedingt noch mal Oma besuchen, bevor der Winter kommt.
OKTOBER: Die Blätter sehen sowas von herrlich aus. Ich kann Gott ja genauso gut im Freien anbeten; im Winter sitzen die Kinder dann sowieso wieder den ganzen Tag im Haus.
NOVEMBER: Mein Herz fließt über mit Dankbarkeit. Die letzten Möglichkeiten, noch ein paar Besuche zu machen, bevor es auf den Straßen glatt wird.
DEZEMBER: Was für ein Irrenhaus. Sobald diese Stresszeit vorbei ist, werde ich beginnen, mit meiner Familie zur Kirche zu gehen. Wir werden gleich am ersten Sonntag des neuen Jahres damit beginnen. Für das neue Jahr nehme ich mir vor ...

Lustig, oder? Oder vielleicht eher nachdenkenswert? Ich wünsche uns allen, dass wir die Niederlagen, Ausreden und Verfehlungen von 2025 hinter uns lassen können. Freut Euch an den Begegnungen und Erfahrungen mit Gott im vergangenen Jahr. Vertraut Jesu Einladung und Seiner Gnade. Gebt Ihm im neuen Jahr alle Zeit in Eurem Leben, die Er möchte. Wer Jesus so an erste Stelle setzt, wird es niemals bereuen, sondern am 31.12.2026 mit Freude und Dankbarkeit zurückblicken.

Dienstag, 30. Dezember 2025

Der 30. Dezember

Die meisten der über 400 Einträge in Wikipedia für den 30. Dezember sind heute bedeutungslos – zumindest für die meisten von uns.

  • Am 30.12. 39 n. Chr. wurde der römische Kaiser Titus geboren
  • Am 30.12. 1066 geschah das Massaker von Granada, ein Massaker an dem jüdischen Wesir in Granada und 4000 seiner Landsleute.
  • Am 30.12. 1632 ergab sich Freiburg (Breisgau) im Dreißigjährigen Krieg den schwedischen Truppen.
  • Am 30.12. 1806 besetzt Russland die Stadt Baku, nachdem das Osmanische Reich den Krieg erklärt hat.
  • Am 30.12. 1918 beginnt der Gründungsparteitag der KP.
  • Am 30.12. 2006 stirbt der irakische Diktator, Saddam Hussein.
  • Am 30.12. 2015 wird Giorgi Kwirikaschwili zum neuen Präsidenten Georgiens gewählt.
  • Am 30. 12.2021 starb der deutsche Komponist, Gottfried Michael Koenig. 
  • Am 30. 12.2022 gab die Rockband City ihr Abschiedskonzert in Berlin.
  • Am 30.12.2023 sterben in der russischen Stadt Belgorod viele Menschen im Zuge des russischen Angriffskriegs.
  • Am 30.12.2024 gab es einen seltenen "Schwarzen Mond", einen zweiten Neumond innerhalb eines Kalendermonats.
  • Und was geschieht heute? Das wissen wir morgen! 
Diese Ereignisse, so schrecklich oder bedeutungsvoll sie einmal waren, sind heute nur noch relativ wertlose Randnotizen. Momentan ein bisschen wichtiger mag der Geburtstag von Berti Vogts am 30.12. oder der Rockmusikerin Patti Smith sein, auch 30.12., die beide noch leben und am 30. Dezember 1946 geboren wurden. Bei Tiger Woods war es 29 Jahre später am 30. Dezember 1975. Und Giorgi Kwirikaschwili wurde am 30. Dezember 2015 für einige Jahre Premierminister in Georgien.  

Ereignisse in der Welt und in unserem Leben kommen und gehen. Manche lassen deutliche Spuren zurück, manche nur eine Randnotiz, die meisten sind wie ein Lufthauch, der kommt und vergeht. Aber während die Geschichtsbücher unserer Welt nur den Bruchteil allen Geschehens aufnehmen, nehmen die „Geschichtsbücher des Himmels“ auch die Unscheinbarkeiten auf, die vielleicht nur Dir und Gott bekannt sind. So heißt es in Matthäus 10:42:

Und wer einem dieser Geringen
auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt,
weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch:
Es wird ihm nicht unbelohnt bleiben.

Und in Hebräer 6:10:
Denn Gott ist nicht ungerecht, euer Werk zu vergessen
und die Liebe, die ihr zu seinem Namen bewiesen habt,
indem ihr den Heiligen gedient habt und dient.

Wir mögen hoffentlich nie den Ausbruch eines Krieges oder eine tödliche Naturkatastrophe miterleben! Du magst nie den Ruhm eines Berti Vogts, eines Tiger Woods oder einer Patti Smith erreichen. Dein Gesicht mag nie auf einem Plakat erscheinen, Dein Name nie in einem Geschichtsbuch, nicht mal in einer Zeitung. Aber der 30. Dezember, aich der 30.12.2025, kann für Dich im Himmel als Erinnerungstag festgehalten werden, der in der Ewigkeit nicht unbelohnt bleiben wird – und vielleicht ein Tag des Segens für die Menschen, denen Du heute begegnest.

In einem alten Lied heißt es:

Die Zeit ist kurz, o Mensch, sei weise
und wuchre mit dem Augenblick;
Nur einmal machst du diese Reise,
laß eine gute Spur zurück!

Du kannst nicht eine Stunde halten:
Eh´ du es merkst, ist sie entflohn;
Die Weisheit rät´ dir, Treu zu halten,
den Treuen winket hoher Lohn.

Sieh, wie dem Tor die Zeit verrinnet
mit Essen, Trinken, Scherzen, Ruh´n:
Der Kluge wirket und gewinnet,
erfüllt die Zeit mit Gutes tun.

Drum, Heiland, lehr´ mich meine Jahre
zu Deinem Dienste einzig weih´n;
Von heute an bis zu der Bahre
für jenes Leben Samen streu´n.
(Bernhard Harder,1832 – 1884)

Sonntag, 28. Dezember 2025

Herzliche Einldung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Matthäus 2:16-23
 
16 Als sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, wurde er sehr zornig, sandte hin und ließ alle Knaben töten, die in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte.
17 Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, der spricht:
18 »Eine Stimme ist in Rama gehört worden, viel Jammern, Weinen und Klagen; Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind«. 
Die Rückkehr nach Nazareth
19 Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph in Ägypten im Traum
20 und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel; denn die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind gestorben!
21 Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter zu sich und ging in das Land Israel.
22 Als er aber hörte, dass Archelaus anstatt seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und auf eine Anweisung hin, die er im Traum erhielt, zog er weg in das Gebiet Galiläas.
23 Und dort angekommen, ließ er sich in einer Stadt namens Nazareth nieder, damit erfüllt würde, was durch die Propheten gesagt ist, dass er ein Nazarener genannt werden wird.
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung Gebet 
Predigt - Gemeinschaft

Heute kein gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

„Ich vergesse, was dahinten ist, 
und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, 
und jage nach dem vorgesteckten Ziel, 
dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“  
(Philipper 3,13-14)

Samstag, 27. Dezember 2025

Der Tag nach Weihnachten

Der ist heute. Schöne Tage gehabt? Vermutlich haben viele sich an der Gemeinschaft mit Freunden und Familie gefreut. Auch haben viele mindestens einen Weihnachtsgottesdienst genossen, in Präsenz oder im Livestream, und haben sich einstimmen lassen auf den wahren Grund dieser Tage.

Aber heute ist der Tag nach Weihnachten. Ab heute geschieht vieles, was an den Tagen zuvor nicht geschah:

  • Die Geschäfte beginnen (irgendwie) mit Umtauschaktionen und Ausverkauf
  • Weihnachtsdeko gibt’s zu Wegwerfpreisen
  • Werbeprospekte mit den besten Angeboten füllen den Briefkasten
  • Der Verkauf über Ebay steigt auf neue Spitzenwerte
Bildquelle: hier
Vor einigen Jahren gab es eine Untersuchung in den USA, die sicher mit ähnlichen Resultaten für Westeuropa zutrifft. Das Ergebnis zeigt, dass der Gottesdienstbesuch nach Weihnachten um 11% abnimmt. (Sicher, das war vor der Pandemie.) Ein Gedicht beschreibt den Tag nach Weihnachten als den Tag, an dem wieder gestritten wird, man wieder schlecht gelaunt ist, die Geschenkkartons leer und das Haus ein einziges Chaos ist. Die neue Kleidung passt nicht, der Vater ist schon wieder gestresst. Jeder ist irritiert und den Kindern kann man nichts recht machen. Außerdem ist die Gebrauchsanleitung in chinesisch und der Baum beginnt zu nadeln. 
 
Für viele ist Weihnachten lediglich eine Jahreszeit, die jetzt vorüber ist. Die Tatsache sieht anders aus. 
 
Weihnachten – die Geburt Jesu – hat bleibende Veränderung gebracht. Nie wieder wird die Welt sein, was sie vor der Geburt des Retters war. Er besitzt die Kraft, Menschen bleibend zu verändern. Der Retter ist gekommen, um zu bleiben. Ich fand eine Liste mit folgenden Vorschlägen für den Tag, die Monate Tage und generell die Zeit NACH Weihnachten:
  • Räum die Krippenspieldeko wieder weg, aber behalte Deine Bewunderung für Jesus. 
Und die Hirten kehrten zurück, priesen und lobten Gott für alles,
was sie gehört und gesehen hatten, wie es ihnen gesagt worden war. (Lukas 2:20)
  • Verstau' Jesus, den Retter nicht in einer Schublade, bis Du Ihn Ostern wieder hervorholst. Anders ausgedrückt: Geh nicht zurück zu einem Jesus-auf-Sparflamme-Leben. Habe Ihn stets vor Augen und im Zentrum deines Lebens.
Wer meine Gebote annimmt und danach lebt, der liebt mich.
Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben.
Auch ich werde ihn lieben und mich ihm zu erkennen geben. 
(Johannes 14:21)
  • Das Jesus-Geschenk kommt zu Dir mit dem Vermerk: „Keine Rücknahme, kein Umtausch!“ Aber es (mit-) zu teilen, ist nicht nur ok, sondern gewünscht. Gott sagt:
„Ihr sollt meine Zeugen sein!“ (Apostelgeschichte 1:8)
  • Reflektiere über die Vergangenheit, aber orientiere Dich nach vorne! Der Rückblick für einen Christen sollte nie verzweifeltes Schwelgen in Versagen oder Sünden sein, sondern ein rückblickendes Entdecken der Spuren Gottes in unserem Leben. Solch eine Reflektion ermutigt, vorwärts gehen und noch Größeres vom Herrn in der Zukunft erwarten.
„Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist,
 und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, 
und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis
der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“
(Philipper 3:13+14)

Freitag, 26. Dezember 2025

Das Geschenk des Königs!

Im alten Persien lebte vor Jahrhunderten ein weiser und guter König. Er liebte sein Volk und es lag ihm am Herzen, zu wissen, wie die Menschen in seinem Reich lebten. Er wollte ihre Nöte kennen, ihren Alltag und ihre Freuden. Immer wieder schlüpfte er in die Kleidung eines Arbeiters oder eines Bettlers und ging in die Häuser der Armen. Niemand, den er besuchte, dachte oder erwartete, dass der Besucher ihr Herrscher war.

Bildquelle: hier
Einmal besuchte der König einen sehr armen Mann, der nur in einem schlichten, ungemütlichen Keller lebte. Der König aß die grobe Nahrung des armen Mannes. Er sprach freundliche und herzliche Worte zu ihm. Dann verabschiedete er sich.

Als er zu einem späteren Zeitpunkt den armen Mann wieder einmal besuchte, offenbarte der König seine Identität mit den Worten: "Ich bin euer König!" Der König erwartete, der Mann würde nun sicherlich um einige Geschenk bitten, oder darum, dass ihm ein Wunsch erfüllt würde. Nichts davon geschah! Stattdessen erwiderte der Mann:

"Du hast dein Schloss und deine Herrlichkeit verlassen, um mich an diesem dunklen, tristen Ort zu besuchen. Du hast die groben Speisen mitgegessen, die ich gegessen habe. Du hast Freude in mein Herz gebracht! Anderen hast Du Deine reichen Gaben geschenkt. Mir hast du dich selbst geschenkt! "

Der König der Herrlichkeit, der Herr Jesus Christus, gab sich für Dich und mich. Die Bibel nennt ihn "die unaussprechliche Gabe!"

Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe! 
 (2. Korinther 9:15)
 
FRÖHLICH SOLL MEIN HERZE SPRINGEN
Paul Gerhardt, 1607-1676

Fröhlich soll mein Herze springen, dieser Zeit,
Da vor Freud' alle Engel singen.
Hört, hört, wie mit vollen Chören
Alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!

Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held,
Der die Welt reißt aus allem Jammer.
Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute.
Gottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute.

Er nimmt auf sich, was auf Erden
wir getan, gibt sich an, unser Lamm zu werden,
Unser Lamm, das für uns stirbet
Und bei Gott für den Tod Gnad' und Fried' erwirbet.

Nun, er liegt in seiner Krippen,
Ruft zu sich Mich und dich, spricht mit süßen Lippen:
Laßet fahr'n, o liebe Brüder, was euch quält,
Was euch fehlt, ich bring' alles wieder.

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Gott wird Mensch - lächerlich?

Man kann Weihnachten aus verschiedenen Gründen feiern und aus verschiedenen Gründen ablehnen.

In Amerika hat es Gerichtsverfahren gegeben, die Weihnachten als nationalen Feiertag abschaffen wollten. Nach einer Umfrage in Deutschland will jeder Fünfte kein Weihnachten mehr. Zu viel Stress und Streit.

Andererseits muss man sich fragen, wie die Wirtschaft der westlichen Länder ohne Weihnachten überleben würde. - Christen möchten natürlich den Feiertag aus Glaubensgründen beibehalten.

Genau diese Glaubensgründe stören andere ganz furchtbar. Es gibt allerdings auch Beispiele, in denen Einstellungen sich änderten.

Eine Geschichte erzählt von einem Bauern – Name und Ort unbekannt – nennen wir ihn Bauer Paul aus Nordfriesland!  Hier ist seine Geschichte:

Bauer Paul glaubte überhaupt nicht an Gott und machte keinen Hehl aus seinem Unglauben. Seine Frau hingegen war eine überzeugte Christin, die auch ihre Kinder im biblischen Glauben erzog – trotz abfälliger Bemerkungen ihres Mannes!

An einem Tag - es hatte bereits ordentlich geschneit, lud die Frau ihren Mann zu einem Vortrag in der Gemeinde ein. Es ging um Weihnachten, die Geburt Jesu. Trotz ihrer inständigen Bitten weigerte er sich mit den Worten: „Das ist alles kompletter Unsinn. Warum sollte Gott sich erniedrigen und als Mensch auf die Erde kommen. Lächerlich!"

Die Frau mit den Kindern verlässt das Haus ohne den Mann. Im Laufe der nächsten Stunden entwickelt sich das Schneetreiben zu einem heftigen Schneesturm. Aus dem Fenster sieht man nur einen tobenden Orkan. Zunächst setzt sich Bauer Paul an seinen Kamin, um zu entspannen. Dann knallt etwas ans Fenster. Obwohl er sich bemüht, kann er nichts erkennen, da er nicht weiter als ein paar Meter schauen kann.
Als der Sturm nachließ, wagte sich der Bauer nach draußen, um herauszufinden, was an sein Fenster geschlagen hatte. Das einzige, was er sah, war eine Schar von Wildgänsen, die auf ihrem Flug nach Süden offenbar überrascht worden waren und nicht weiterfliegen konnten.  Völlig orientierungslos waren sie auf dem Feld beim Bauernhof gelandet, ohne Unterschlupf oder Nahrung. Jetzt flogen sie verstört, blind und ziellos Kreise um das Feld. Dabei waren einige scheinbar auch gegen das Fenster des Hauses geflogen. Der Bauer hatte Mitleid. „Die Scheune wäre ein geeigneter Platz für sie“, dachte er sich. Sie war groß genug, warm und sicher. Sie konnten dort die Nacht verbringen, bis der Sturm sich gelegt hatte.

Gedacht – getan. Der Mann ging zum Stall, öffnete die Tore, wartete und beobachtete dann, wie die Gänse hoffentlich sein Vorhaben verstehen, und in die Scheune hinein watscheln würden. Taten sie aber nicht. Den Hinweis der offenen Scheunentore schienen sie nicht zu verstehen und flogen weiterhin ziellos im Kreis. Alles, was der Bauer tat, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, schien die Gänse nur noch verrückter zu machen und weiter wegzuscheuchen.
 
Irgendwann ging Bauer Paul ins Haus und kam kurze Zeit später mit Brot zurück. Das brach er in Krümel und legte eine Spur vom Feld in die Scheune. Vergeblich!

Jetzt war er frustriert. Er kam von hinten u. versuchte sie, in die Scheune zu scheuchen – ohne Erfolg! Sie stoben nur noch mehr auseinander. Nichts, was er tat, konnte die Gänse bewegen, in die warme und sichere Scheune zu kommen. „Warum folgen sie mit nicht?“ fragte er sich. „Können sie nicht sehen, dass dies der einzige Ort ist, an dem sie den Sturm überleben können?

Als er so nachdachte, erkannte er, dass sie einem Menschen nie folgen würden. "Wenn ich nur eine Gans waren, dann könnte ich sie retten", sagte er laut vor sich hin. Und dann hatte er eine Idee. Er ging in den Stall, fing eine seiner eigenen Gänse, hielt sie fest in seinem Arm, und bewegte sich hinter die Schar Wildgänse. Dann ließ er seine Gans los!  Die flog schnurstracks, quer durch die Herde der Wildgänse und geradeaus in die Scheune, und - eine nach der anderen -  folgten ihr die wilden Gänse in die Sicherheit.

Bauer Paul stand für einen Moment still, während ihm die Worte im Kopf klangen, die er einige Minuten vorher selbst gesagt hatte: "Wenn ich nur eine Gans wäre, könnte ich sie retten!" Dann erinnerte er sich an das, was er früher am Tag zu seiner Frau gesagt hatte:
"Warum würde Gott wie wir werden wollen? Lächerlich!"  Plötzlich machte alles Sinn. Das war genau das, was Gott getan hatte. Wir waren blind, ziellos, verloren wie die Gänse – auf dem Weg in den sicheren Tod. Gott hatte seinen Sohn gesandt, der Mensch wurde wie wir – um uns den Weg zu zeigen und zu retten.

"Danke, Gott, dass Du Mensch geworden bist, um mich aus den Stürmen zu retten!" 

"Aber zu der von Gott festgesetzten Zeit sandte er seinen Sohn zu uns. Christus wurde wie wir als Mensch geboren und den Forderungen des Gesetzes unterstellt. Er sollte uns befreien, die wir Gefangene des Gesetzes waren, damit Gott uns als seine Kinder annehmen konnte." (Galater 4:4; HfA)

Gesegnete Weihnachten!

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Jesus ist gekommen! Feier mit uns!

   

Komm, feier Heiligabend mit uns! Herzlich Willkommen!

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählet’s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

Jesus ist kommen, nun springen die Bande
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

Jesus ist kommen, der starke Erlöser,
bricht dem gewappneten Starken ins Haus,
sprenget des Feindes befestigte Schlösser,
führt die Gefangenen siegend heraus.
Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser?
Jesus ist kommen, der starke Erlöser.

Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens,
sein Tod verschlinget den ewigen Tod.
Gibt uns, ach höret’s doch ja nicht vergebens,
ewiges Leben, der freundliche Gott.
Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens.
Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens.

Jesus ist kommen, der König der Ehren;
Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt!
Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren;
öffnet ihm Tore und Türen fein bald!
Denkt doch, er will euch die Krone gewähren.
Jesus ist kommen, der König der Ehren

Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden,
Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm.
Sündern die ewge Erlösung zu finden,
stirbt es aus Liebe am blutigen Stamm.
Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen?
Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden.

Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden:
komme, wen dürstet, und trinke, wer will!
Holet für euren so giftigen Schaden
Gnade aus dieser unendlichen Füll!
Hier kann das Herze sich laben und baden.
Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
Hochgelobt sei der erbarmende Gott,
der uns den Ursprung des Segens gegeben;
dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.
Selig, die ihm sich beständig ergeben!
Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

Jesus ist kommen, sagt’s aller Welt Enden.
Eilet, ach eilet zum Gnadenpanier!
Schwöret die Treue mit Herzen und Händen.
Sprechet: wir leben und sterben mit dir.
Amen, o Jesu, du wollst uns vollenden.
Jesus ist kommen, sagt’s aller Welt Enden
 

Johann Ludwig Konrad Allendorf

Dienstag, 23. Dezember 2025

Habt Ihr's gemerkt?

Sicher hat es Euch nicht den Schlaf geraubt – vielleicht im Gegenteil! Letzten Sonntag war der kürzeste Tag - und vorletzte Nacht die längste Nacht des Jahres 2025. Der 21. Dezember ist offiziell der kürzeste Tag des Jahres. Danach nehmen die Sonnenstunden wieder zu und die Nächte wieder ab. Ab gestern also wieder alles wieder anders. Die Tage werden länger, die Nächte kürzer. Und das wird jetzt erst mal ein halbes Jahr so weitergehen, bis dass es sich wieder ändert.
 
Ich erinnere mich an eine Weihnachtsfeier mit Obdachlosen, auf der ich über Licht und Finsternis gesprochen habe und diese Fakten erwähnte. Es war den (mehrheitlich) Männern auf den Gesichtern abzulesen, dass ihnen diese Information gefiel. Die Tage werden länger, die Sonnenstrahlen wieder wärmer und die nächtliche Dunkelheit wieder kürzer. Bis es allerdings wieder richtig warm und hell sein würde, war noch eine ganze Weile hin.
 
Auch in unserem Leben gibt es Zeiten, in denen Kälte und Dunkelheit alles zu dominieren scheinen. Wir legen uns mit der Dunkelheit und Kälte schlafen und wachen wieder mit ihnen auf. Das beklemmt, zermürbt und entkräftet.
 
Der Prophet Amos macht eine interessante Aussage:
 
 Gott hat das Siebengestirn und den Orion geschaffen.
Licht verwandelt er in Finsternis,
nach der Nacht lässt er einen neuen Tag anbrechen. (Amos 5:8 NLÜ) 
 
Es ist Gott, der Nacht und Tag erschaffen hat.
Er ist es, der Licht und Finsternis gebietet.
Er lässt nach der Nacht einen neuen Tag anbrechen.
 
Allerdings kommt das Licht des neuen Tages nicht unbedingt schlagartig. Oft eher behutsam. Immer ein bisschen mehr. Das erhält die Hoffnung, lässt uns nach vorne schauen, Geduld lernen und Wurzeln entwickeln. Die stärksten Lektionen lernen wir in den dunkelsten Stunden.
 
Ab letzter Nacht werden die Nächte wieder kürzer und die Tage länger. Wir haben Grund zur Hoffnung.
Jesus spricht in Johannes 8:12: 
 
„Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern er wird das Licht des Lebens haben.“ 
 
Wenn Du Jesus nachfolgst und durch eine Zeit der Finsternis gehst – oder wenn Du noch in der Finsternis wohnst, Dich aber Jesus anschließt und beginnst, Ihm zu folgen, dann wird es Licht werden in Deinem Leben. Vielleicht wird nicht alles gelingen in Deinem Leben, vielleicht wird sich nicht alles so entwickeln, wie Du es Dir vorstellst und wünschst, aber Jesus wird Dich nicht in der Irre herumirren lassen. Er wird Deinen Weg fest machen und Dich in Seinem Licht führen.
 
Manchmal besteht der Weg ins Licht aus kleinen Schritten. Wir legen uns im Dunkeln hin, wachen auf – und es ist immer noch dunkel. Halte an Jesus fest. Folge Ihm auch im Dunkeln. Die Nächte werden unmerklich immer kürzer. Eines Tages wirst Du aufwachen und der Tag hat begonnen. 
 
„Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern er wird das Licht des Lebens haben."

Montag, 22. Dezember 2025

Gedanken zum 4. Advent

נפלא, יועץ, אלוהים האדיר, אב נצחי, נסיך שלום.

Für die meisten von uns bedeuten die obigen Worte wenig bis nichts! Einige erkennen sie vielleicht als hebräische Schriftzeichen, aber das ist auch schon alles. Dahinter steckt eine geballte Ladung von Titeln, die Jesus trägt. Diese Worte erhalten Gewicht, wenn ich sie in einer mir verständlichen Sprache lese und darüber meditiere. Jesaja sagt (Jesaja 9:5):

"die Herrschaft ruht auf seiner Schulter;
und man nennt seinen Namen: 
Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott,
Ewig-Vater, Friedefürst.“

Jesus ist der Wunderbare! Warum eigentlich? Was macht Ihn so wunderbar? Ist nicht Sein ganzes Leben wunderbar? Seine Ankündigung – Seine übernatürliche Geburt – Seine Lehre – Seine Taten – Sein stellvertretendes Sterben – Seine Auferstehung – Seine Himmelfahrt – Seine Fürbitte für alle, die zu Ihm gehören – Seine angekündigte Wiederkunft – Seine ewige Herrschaft – und ... und ... und ...

Jesus ist der Ratgeber! Ratgeber gibt es viele: gute, schlechte, oberflächliche, professionelle, teure, uninteressierte ... Jesus ist der Ratgeber! Er bietet Rat kostenlos an, mit Garantie, ohne Kleingedrucktes, von Liebe motiviert, immer funktionierend ... 

Man kann auch die ersten beiden Titel miteinander verbinden. Jesus ist der wunderbare Ratgeber. Keiner gibt vollkommenen Rat wie Er!

Jesus ist der starke Gott! Er läuft ohne Konkurrenten. Alle hat Er abgehängt. Wer kann sich mit Jesus messen, über den es heißt, dass es niemanden gibt, wie Ihn. Er ist unvergleichlich. Alles im Himmel, alles auf der Erde und alles „underirdische“ muss sich vor Ihm beugen.

Jesus ist der ewige Vater, der Vater der Ewigkeit! Vor Ihm war nichts und niemand, nach Ihm kommt nichts und niemand. Zeit hat Er erschaffen, die Zeitalter bestimmt Er. Als Vater der Ewigkeit ist Er derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit. Der ewig Unwandelbare, der feststehende Ruhepol für jeden, der bei Ihm Ruhe sucht.

Jesus ist der Friedefürst! In einer Welt, die nicht friedlicher wird, die unstabiler wird im Großen und im Kleinen. Der Friede ist nicht nur in der Welt bedroht, sondern auch in der Gesellschaft, der Familie, am Arbeitsplatz, in der Politik, im persönlichen Leben – überall!

All das nützt mir so wenig, wie die unverständliche Überschrift dieses Eintrags, wenn es nicht mehr als Buchstaben und faktisches Wissen ist. Gottes Wort ist uns gegeben, damit wir es „essen,“ „durchkauen“ und es Teil von uns werden lassen. Es ist uns gegeben, damit wir uns dadurch erfrischen lassen, darüber nachsinnen, meditieren.

Lass das Wort Gottes reichlich in Dir wohnen
(Kolosser 3:16). Iß es jeden Tag (Jeremia 15:16) Meditiere darüber Tag und Nacht (Psalm 119:97). Halte Deine Augen auf Jesus gerichtet (Hebräer 12:2) und Du wirst merken, wie Er Dein „alles“ wird. Das kommt nicht durch das Kennen des Buchstabens, aber gewiss durch das Kennen des Herrn!

Wen habe ich im Himmel außer dir? 
Und neben dir begehre ich nichts auf Erden! (Psalm 73:25)
 
Übermorgen um 16:00 Uhr feiern wir Heiligabend - wir feiern Jesus! Komm, und feier mit uns! Unser Gemeindecafe ist ab 14:30 Uhr geöffnet. Herzlich Willkommen!

Sonntag, 21. Dezember 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Jeremia 33:14-17
 
14 Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich das gute Wort erfüllen werde, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda geredet habe.
15 In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen Spross der Gerechtigkeit hervorsprießen lassen, und er wird Recht und Gerechtigkeit schaffen auf Erden.
16 In jenen Tagen wird Juda gerettet werden und Jerusalem sicher wohnen, und mit diesem Namen wird man sie benennen: »Der Herr ist unsere Gerechtigkeit!«
17 Denn so spricht der Herr: Es soll David nie an einem Mann fehlen, der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt!

Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung - Gebet - Predigt 
Gemeinschaft - Abendmahl

Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Die größte Tragik von Weihnachten ist nicht die Vermarktung, 
nicht der Klimbim, auch nicht die heidnischen Einflüsse. 
Die größte Tragik von Weihnachten ist, 
dass der RETTER geboren ist, 
und NIEMAND merkt es!
(unbekannt)

Samstag, 20. Dezember 2025

Fünfmal werden wir noch wach ...

Wenn man den Heiligen Abend bereits zu Weihnachten zählt, sind es nur noch viermal. Die Spannung steigt – zumindest bei den Kleinen. Auch in den Zeitungen nehmen die Artikel rund um Weihnachten zu – und im Radio die Billiglieder und Ersatzgeschichten.

(Envato Elements pic / Quelle: hier)
In der Vergangenheit veröffentlichte die Lokalzeitung einen Artikel mit der Überschrift: „Betrinken statt Besinnen“. Ein Drittel der Briten und fast ein Drittel der Dänen sind laut Umfrage an Weihnachten betrunken. Bei den Deutschen sind es „nur“ 17%.  Im weiteren Verlauf des Artikels ging es um den Prozentsatz derer, die sich weiße Weihnachten wünschen und um die Frage, wie viele der Europäer sich an den Feiertagen einsam fühlen. Wenige! In Deutschland „nur“ jeder Zwölfte. Im ganzen Artikel ging nicht ein Mal um den Sinn von Weihnachten. Es ging lediglich um die Feiertage. Genauso im Radio. Natürlich höre ich nicht den ganzen Tag, aber was ich bisher gehört habe, hat mit Schenken, mit dem Fest der Liebe und mit den Feierbräuchen anderer Länder zu tun.

Ich gestehe, es fällt mir schwer, mich dem Ganzen zu entziehen. Wenn mir jemand eine „besinnliche Weihnachtszeit“ wünscht, hat das bisher nicht viel geholfen. Bei dem Massenbombardement unbeirrt einen anderen Weg zu gehen, fällt mir schwer. Auch ich beschäftige mich mit Geschenken, werde vom Dezemberstress angesteckt und überlege, wie und wann ich vor- und nacharbeiten kann, was über die Feiertage liegen bleibt. Auch ich möchte Zeit haben für meine Familie, und ich weiß, dass es anderen Christen ähnlich geht.

Ich denke zurück an eins der vergangenen Jahre. Am Heiligabend war ich allein, nicht einsam, aber allein. Die Umstände hatten es nötig gemacht, und ich konnte erst am 25. Dezember abends zu meiner Familie dazustoßen. So nutzte ich den Abend nach dem Gottesdienst, schnappte mir ein paar Traktate und ging in die wenigen Kneipen, die an dem Abend geöffnet hatten. Auch die Sozialunterkunft unserer Stadt besuchte ich, klingelte, und wo man aufmachte, wünschte ich Frohe Weihnachten und ließ Literatur mit der Geschichte von Weihnachten zurück. Ich war glücklich!

Ich weiß nicht, wie es dieses Jahr werden wird. Ich bin mir sicher, dass die ganze gottlose Weihnachterei den Herrn ankotzt, genau wie mich. Ich glaube allerdings nicht, dass es Jesus betrübt, wenn wir uns an der Weihnachtsstimmung erfreuen, die sich bei den meisten von uns irgendwann einstellen wird. Auch wenn wir Geschenke austauschen, uns gegenseitig Freude bereiten, Familienbande stärken und ein gutes Essen genießen (oder auch zwei … oder drei …) Ich glaube, dass der Herr uns viel mehr gönnt, als wir manchmal meinen. Er hat uns in eine Welt gestellt, in der wir uns auch an den Dingen des Alltags und aneinander freuen dürfen. Aber ich für meinen Teil möchte auch in diesem Jahr meine Augen aufhalten nach denen, die weder den Sinn von Weihnachten kennen, noch den Herrn, der Mensch wurde. Ich möchte mit den Hirten laufen – zunächst ganz schnell zu Jesus. (Lukas 2:16) Ich will Ihn finden in all dem Trubel, all dem Glitter und dem Lärm. Und wenn ich ihn dann gefunden habe, dann will ich wieder, wie die Hirten (Lukas 2:17), schnell laufen und Ihn bekannt machen und von Ihm erzählen. Das fällt mir nicht leicht, denn meine Sinne werden besonders in diesen Tagen so bombardiert und strapaziert, dass Jesus da auch bei mir schnell in Vergessenheit geraten kann.   

Last uns doch füreinander beten in diesen Tagen. Tatsächlich bieten sich vor uns an Weihnachten mehr Möglichkeiten zum Zeugnis als zu den meisten anderen Zeiten des Jahres. Für die Ängstlichen: Es braucht oft nicht mal Worte. Ein Traktat im Geschäft, für den Postboten oder den Kollegen kann man auch mit einem freundlichen Lächeln weitergeben. Jedes Mal wird es ein bisschen einfacher. Und so oft stellt sich nach jedem Zeugnis für Jesus ein wenig mehr Weihnachtsfreude ein. Versuch’s mal. Die Welt, die nicht mehr weiß, warum sie Weihnachten feiert, hat es dringend nötig!

Freitag, 19. Dezember 2025

Kosten der Erwählung

Kürzlich las ich den spannenden Roman von Angela Hunt „Es begab sich aber zu der Zeit ...“ eine Erzählung über Maria und die Geburt Jesu. Während des Lesens wurde mir deutlich, wie kostspielig es ist, von Gott erwählt zu sein.

Maria war erwählt, die Magd des Herrn zu sein. Das bedeutete unter anderem: Schwangerschaft ohne verheiratet zu sein, Gerede, Unsicherheit, wie der Verlobte reagiert – und schließlich die Aussage eines alten Propheten: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – aber auch dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen —, damit aus vielen Herzen die Gedanken geoffenbart werden.(Lukas 2:34+35)

Josef war erwählt, Pflegevater Jesu zu sein. Als er feststellte, dass seine Verlobte schwanger war, geriet er in schwere Gewissensnöte: Sollte er Maria steinigen lassen oder wegschicken? Nachdem Gott ihm begegnet war, übernahm er Verantwortung für Maria und das Kind. Aber sein Leben war nicht immer leicht, teilweise in Lebensgefahr.

Ähnlich erging es Paulus. Nachdem er Jesus begegnet war, lautete die Prophetie Gottes über ihn: „Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.“ (Apostelgeschichte 9:16)

Ging es den Jüngern besser, nachdem Jesus sie beauftragt hatte, in aller Welt das Evangelium zu verkündigen? Kaum. Gleich von Anfang an bedeutete ihre Erwählung Spott, Verfolgung, Gefängnis und oft auch den Tod.

Im Alten Testament war das nicht anders. Jakob war erwählt von Gott, den Segen und die Verheißung des Messias weiterzutragen. Am Ende seines Lebens sagt er zum Pharao: „Die ganze Zeit meiner Fremdlingschaft beträgt 130 Jahre; wenig und böse sind meine Lebensjahre gewesen, und sie erreichen nicht die Zahl der Lebensjahre meiner Väter in den Tagen ihrer Fremdlingschaft.“ (1 Mose 47:9)

Mose wurde früh von Gott auf seine Erwählung zum Leiter Israels vorbereitet. Mit 80 Jahren war es soweit – er führte Israel aus Ägypten und leitete das Volk unter Gottes Führung 40 Jahre durch die Wüste. Aber nicht selten schüttet er Gott sein Herz aus: „Habe ich denn dieses ganze Volk empfangen oder geboren, dass du zu mir sagst: Trag es an deiner Brust, wie die Amme einen Säugling trägt, in das Land, das du ihren Vätern zugeschworen hast? ... Und wenn du so an mir handeln willst, so töte mich auf der Stelle, wenn ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe, damit ich mein Unglück nicht länger ansehen muss! (4 Mose 11:12+15)

Der Prophet Elia, einer der größten Propheten Israels, betet völlig deprimiert nach einem großen Sieg für Gott: „Und er erbat für sich den Tod und sprach: Es ist genug! So nimm nun, HERR, mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter!“ (1 Könige 19:4)

Der erwählte, gesegnete Prophet Jeremia tat es ihm gleich, wenn er betet: „Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren wurde; der Tag, an dem mich meine Mutter zur Welt gebracht hat, sei nicht gesegnet! Verflucht sei der Mann, der meinem Vater die frohe Botschaft gebracht hat: »Dir ist ein Knabe geboren!«, der ihn hocherfreut sein ließ! ... Warum bin ich doch aus dem Mutterschoß hervorgegangen, um Mühsal und Kummer zu sehen, und damit meine Tage in Schande vergehen?“ (Jeremia 20:14,15+18)

Erwählt, Gott zu dienen und zu Gottes Lob zu leben – das ist jeder, der Jesus seinen Herrn und Retter nennt. „Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“ (Epheser 1:5+6)

Lasst uns nie denken, dass die Nachfolge Jesus ein Hindurchschweben durchs Leben sei. Von Paulus und seinem Team lesen wir: „Dabei stärkten sie die Seelen der Jünger und ermahnten sie, unbeirrt im Glauben zu bleiben, und sagten ihnen, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen.“

Und in seinem Brief an Timotheus bekräftigt Paulus diese Aussage: „Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden.“ (2 Timotheus 3:12)

Allerdings predigt Paulus auch, dass jede Stunde der Nachfolge Seiner Erwählten die Kosten wert ist:

Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.

Halleluja!

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Habt Ihr eine Antwort? (2)

Bei meinem gestrigen Eintrag habe ich begonnen, laut nachzudenken und mal einige Fragen loszuwerden, auf die es keine schnelle Antwort gibt. Um den letzten Blogeintrag nicht zu sprengen, habe ich die letzten zwei Fragen für heute aufbewahrt.

Eine weitere Frage, die mich immer wieder umtreibt, ist diese:

4) Warum braucht es in der Mongolei nur 222 Christen, um einen Missionar zu finanzieren und auszusenden, während es in Deutschland 7226 Christen sind, die einen Missionar finanzieren. Und das auf dem Hintergrund, dass der Durschnitts-Mongole 455 Euro im Jahr und der Durchschnitts-Deutsche 36,460 Euro im Jahr verdient. (Die Statistiken sind nicht ganz neu, aber die Relation ist vergleichbar)

Ist es vielleicht die verschiedene Lebenseinstellung, eine Frage des Lebenssinns und der Prioritäten? Kann es sein, dass Paulus hiervon spricht, wenn er in Kolosser 3:2 schreibt:

"Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist."

Und schließlich die letzte Frage, die mir dieser Tage durch den Kopf schwirrte:

5) Warum leben die meisten Christen mittlerweile nicht mehr in der "christlichen" Welt, sondern in den Ländern der Zweiten und Dritten Welt, also in Asien, Afrika und Südamerika? Warum nimmt die Zahl der Christen dort zu, bei uns aber ab?Ist es vielleicht möglich, dass die Gemeinde Jesu in diesen Ländern weniger abgelenkt ist? Weniger abgelenkt durch ein Überangebot an Freizeitangeboten, an Medien und dergleichen? Kann es sein, dass auch Paulus sich nicht ablenken lassen wollte und darum in Philipper 1:21 schreibt:

"Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn."

Wie gesagt, dies sind Fragen, die mir durch den Kopf gehen. Gäbe es eine einfache Antwort, sähe es auf der Welt und in unserem Land sicher anders aus. Die Bibelverse, die mir in den Sinn gekommen sind, sollen nicht als Totschläger dienen, sondern als mögliche Inspiration zum Weiterdenken.

Aber wenn jemand diese Zeilen liest (oder die gestern) und auch Antwortvorschläge machen möchte, würde ich mich über weitere Inspirationen freuen. Entweder als Kommentar im Blog (öffentlich) oder via E-Mail an frieden[at]pobox.com  ([at] durch @ ersetzen) - privat.

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Habt Ihr eine Antwort? (1)

Die Biografie von Henry Martyn habe ich bereits mindestens zweimal gelesen. Während ich so über diesen Mann lese, der in 6 Jahren das Neue Testament in 3 Sprachen übersetzt hat, die er erst selbst noch lernen musste, kommen mir eine ganze Reihe von Fragen in den Sinn. Antworten kann ich nur erahnen und ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mit meinen Ahnungen richtig liege. Meine Fragen bewegen sich in diese Richtung:

1) Warum lese ich, dass frühere Generationen von Christen Fußmärsche von 2 Stunden (oder länger) in Kauf nahmen, um einen Gottesdienst zu besuchen? Und ich höre von anderen Ländern, in denen das bis heute üblich ist. Und mir fällt es schwer, 20 Minuten mit dem Auto zu fahren.

Hatte man damals vielleicht weniger Ablenkungen? Die Gemeinde versorgte das Leben der Christen mit sozialen Kontakten. Kann es sein, Apostelgeschichte meint gerade das in Kapitel 2:46:

„Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.“

2) Warum liest man von Gemeinden oder Gruppen, meist in der nicht-westlichen Welt, die stundenlang im Gebet verharren? Noch heute gibt es die Gebetstreffen in Korea, wo Christen sich morgens täglich von 5-6 Uhr treffen, um gemeinsam zu beten. Hat man vielleicht weniger Alternativen als wir? Entweder wendet man sich direkt an Gott, oder man kann gleich einpacken – während ich erst mal alles andere ausprobiere, bevor ich Gott „belästige.“ Kann es sein, Paulus meinte gerade das in Philipper 4:6:

Sorgt euch um NICHTS; sondern in ALLEM lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

3) Warum erscheinen die Menschen in der Dritten Welt glücklicher, soviel weniger gejagt und gestresst als ich?

Ist man vielleicht einfach weniger gejagt vom Verlangen und Druck nach MEHR Sicherheit, MEHR Absicherung, MEHR Komfort, MEHR Freizeit, MEHR Verdienst, MEHR Urlaub, MEHR, MEHR, einfach MEHR. Kann es sein, Paulus meint gerade das in 1 Timotheus 6:8:

„Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen!“

Ich behaupte nicht, dass die Antworten derart einfach zu finden sind. Man sucht sich einen Bibelvers, und schon ist das Problem gelöst. Wir leben in einer komplexen Welt und auf einem Kontinent, wo man nicht alles 1:1 mit der Situation anderer Länder vergleichen kann. Andererseits ist der Glaube, der uns mit Christen früherer Zeiten und mit Christen heute auf anderen Kontinenten verbindet, ein zeitloser Glaube an einen zeitlosen Gott, der gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist.

Ich jedenfalls möchte weiter nachdenken, nachforschen und nach Gottes Antwort Ausschau halten. Mehr darüber morgen.

Dienstag, 16. Dezember 2025

Erwartungen (Gedicht von Hans Elwert)

Wie zuletzt jedes Jahr auch diesmal ein Gedicht zur Weihnachtszeit von meinem Freund, Hans Elwert. Es darf kopiert werden.

ERWARTUNGEN

Erwartung kann man gut verstehen,
wenn wir die Kinderaugen sehen,
die, wochenlang gewartet habend,
jetzt fiebern auf den Heiligabend
und die Geschenke, die im Traum
bereits sich türmen unterm Baum.
Doch nicht bei unsern Kleinen bloß
ist die Erwartung manchmal groß –
nur, dass im Gegensatz zum Kind,
bei uns die Träume teurer sind.

Wenn man sich’s richtig überlegt
zeigt sich Erwartung unentwegt
und sei es nur, dass möglichst nicht
mein Stuhl gleich unter mir zerbricht.

Mit der 
Erwartung übergroß,
hofft mancher auf das große Los
und deshalb, voller Euphorie,
setzt auf die Sonntagslotterie.

Enttäuschung ist vorprogrammiert,
wenn die Erwart
Erwartungung eskaliert.
Man sollte hier vielleicht betonen:
Gewinnchance 1 : 10 Millionen. 

Erwartung kommt auch dort zum Tragen,
wo man vergisst, uns Dank zu sagen.
Geschuftet hat man und geackert,
hat sich für andere abgerackert,
und all die Anerkennung geht
an einen, der nur Däumchen dreht.
Zuletzt wird man noch kritisiert –
kein Wunder, ist man ganz frustriert!

Geburtstage, speziell die runden
sind mit 
Erwartungen verbunden.
Je nach Kultur geht’s mehr ums Schenken,
bei andern eher ums Drandenken.
Enttäuschung sich bemerkbar macht,
wenn dann kein Mensch an uns gedacht. 

Erwartungen sind sehr konkret,
wenn es um Gottes Handeln geht.
Man ist enttäuscht, wenn dieses nicht
dem eigenen, guten Plan entspricht.
Da kommt der Glaube schnell ins Wanken
gefolgt von bitteren Gedanken.

Nicht besser scheint es allemal
mit Gottes Bodenpersonal. 
Erwartungenie sich Christen nennen
und ganz speziell gilt das, bezogen
auf Geistliche und Theologen.
Sie müssten doch, das leuchtet ein,
in ihrem Wesen anders sein;
nicht so viel Eifersucht und Streit,
Konflikt und Selbstgerechtigkeit.
Geduld und Demut wär‘ stattdessen
im höchsten Maße angemessen. 

Erwartungen, die hatten schon
im Volk der Juden Tradition.
Seit langem war er prophezeit:
Ein Retter, der das Volk befreit.
Dabei hat jeder nur gedacht
an der verhassten Römer Macht.
Die Juden wurden unterdrückt;
manch Anschlag war bereits missglückt.
Man bräuchte zum Erfolg wohl nicht
so einen, der von Liebe spricht;
nicht einen Schwätzer – doch anstatt
so einen Mann wie Goliath!

Jedoch, was uns gefangen hält,
sind nicht die Mächte dieser Welt.
Es ist gezielt die Macht des Bösen,
von der uns Jesus will erlösen.
Und nicht die Juden nur allein –
die Römer schließt das auch mit ein.
Weil Gott nicht halbe Sachen macht,
hat er auch gleich an uns gedacht.

Man fragt vielleicht – ganz zögerlich:
Hat Gott 
Erwartungen an mich?
Ganz unwillkürlich neigt man schnell
zu Schuldgefühlen generell.
Man denkt an Vorschrift und Verbot 
und alles, wofür Strafe droht.

Vielleicht jedoch ist Gott nicht der,
an den man glaubte wie bisher.
In erster Linie geht’s ihm nicht
um Forderungen und um Pflicht.
Gott will das alles nur benützen,
uns Menschen vor uns selbst zu schützen,
es bliebe sonst im Lauf der Zeit
für Menschen nur Unmenschlichkeit.

Gewusst hat Gott das lange schon
und sandte Jesus, seinen Sohn.
Er brachte auf dem Weg zum Ziel,
als Trumpf, die Liebe mit ins Spiel.
Sehr treffend hat er es beschrieben:
„Gott, deinen Vater, sollst du lieben;
des Weiteren erwarte ich:
Lieb deinen Nächsten so wie dich.

Mit dem, was in der Weisung steckt,
ist alles andre abgedeckt.“ Matth. 22,37-40

Vielleicht sogar hat Jesus auch 
Erwartungen an unsern Brauch,
wie sein Geburtstag, unbeirrt,
an Weihnachten gefeiert wird.
Hast du schon mal daran gedacht,
wie man ihm eine Freude macht?
Es wäre schön, an ihn zu denken
und obendrein ihn zu beschenken.
Vertrau auf ihn, vertrau noch heut,
das wär’s, was ihn am meisten freut.

                                          Hans Elwert 2025