Sie ist durch verschiedene Sendungen im Fernsehen gut bekannt. Als Moderatorin, Autorin, YouTuberin, Chemikerin, Kommentatorin, Wissenschaftsjournalistin und vieles mehr hat sich die Tochter vietnamesischer Eltern in Deutschland einen Namen gemacht. Ihr sympathisches und fachlich oft fundiertes Auftreten hat ihr viele Fans gebracht. Was allerdings am 29.12.2025 im Internet zu lesen war, hat dann doch mehr als ein Stirnrunzeln hervorgerufen.
Unter der Überschrift "Die christliche Idee einer kleinen Kernfamilie ist fehlerhaft" wird ihr die Frage gestellt: „Sie sind Mutter zweier Kinder. Wie gelingt Ihnen und Ihrem Ehemann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?“ Sofort beginnt sie mit einer negativen Aussage über das, was sie (fälschlicherweise) als „christliche Idee einer kleinen Kernfamilie“ bezeichnet.
Ihre Antwort beginnt mit: „Meiner Meinung nach ist die christliche Idee einer kleinen Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater und Kindern, fehlerhaft. Insofern halte ich das Sprichwort "Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen" für absolut korrekt. Ich für meinen Teil habe das große Glück, ein solches Dorf in Form meines Partners, meiner Eltern und auch einer guten Kita um mich herum wissen zu dürfen.“
Wieso Frau Nguyen-Kim meint, deren Eltern aus dem buddhistischen Vietnam kommen, dass eine kleine Kernfamilie aus Vater, Mutter und Kindern eine „christliche Idee“ sind, bleibt ein Geheimnis. Warum sie überhaupt Bezug nimmt auf christliches Gedankengut, bleibt ein noch größeres Geheimnis. Sie hat sich nie zum christlichen Glauben bekannt, bezeichnet sich selbst als Agnostikerin* und versteht die Existenz Gottes als eine Frage des Glaubens. In der an sie gerichteten Frage wird keine religiöse Meinung erfragt.
Ist also die Idee einer „kleinen Kernfamilie“ eine „christliche“ Idee? Nein! Das Gegenteil ist eher der Fall. Große Familien werden in der Bibel als Segen beschrieben (Psalm 107:38; Psalm 127:3+5; 1 Mose 28:3; 1 Chronik 28:5; Galater 4:27 u.v.a.) Frau Nguyen-Kim nennt als Gegenpol zur ‚kleinen, christlichen Kernfamilie‘ ihren Partner, ihre Eltern und eine gute Kita. Das bedarf keines ausführlichen Kommentars. Auch Christen haben Ehepartner, Eltern und, in vielen Fällen, eine gute Kita. Dazu haben fast alle Christen eine Gemeinde mit zusätzlichem, altersgerechten Kinderprogramm während der Gottesdienste und weiteren Angeboten unter der Woche.
Diese Zeilen wenden sich nicht gegen Frau Nguyen-Kim generell. Ihrer inkorrekten Meinung über die „kleine Kernfamilie“ als „christliche Idee“ muss allerdings widersprochen werden.
Wir lassen die Doktoren und Doktorinnen der Chemie gerne über Chemie lehren.
Aber wer sich als Agnostiker bezeichnet, darf die Definition von „christlichen Werten“ gerne den Christen überlassen.
Mit anderen Worten: „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“
* Agnostiker legen sich bei der Frage nach der Existenz Gottes nicht fest, da sie diese für unbeweisbar halten. Statt einer positiven oder negativen Haltung zur Existenz Gottes sagt der Agnostiker: ‚Man kann es nicht wissen, darum weiß ich es nicht.'










