„Gebet ist oft am mächtigsten, wenn es am leisesten ist. Gebet stärkt die Schwachen und schwächt die Starken. Gebet ist der weitreichendste Dienst der Christen.“ (Leonard Ravenhill)

Freitag, 4. April 2025

Wüstenzeiten 5

Meine Zeit in Nordafrika geht zu Ende. Auch die Einträge über Wüstenzeiten im Leben von Gottes Volk und Gottes Kindern kommen heute zu einem Ende. Wir haben uns mit Gläubigen aus dem AT und dem NT beschäftigt. Ihr Leben spielte sich zumindest teilweise in der Wüste ab, sowohl physisch als auch seelisch oder geistlich. Sie alle gingen gesegnet und gestärkt aus diesen Zeiten hervor.

Vielleicht verwundert es einige, dass selbst Jesus Seine Wüstenzeiten hatte. Noch als Säugling musste Er vermutlich durch die Wüste, denn die Flucht von Bethlehem nach Ägypten verlief der Überlieferung nach durch Gaza und die Wüste Sinai. Was erlebte Er dort – in der Hitze, in Gefahr und in Trockenheit? Bewusst erlebte Er als Säugling wohl so gut wie nichts, außer der Nähe Seiner Mutter Maria und ihrem Mann, Joseph. Aber unbewusst erfuhr Er die Bewahrung, den Schutz und die Versorgung durch Seinen himmlischen Vater. Auch in Wüstenzeiten, in denen wir bewusst keine besonderen Erfahrungen mit Gott machen, ist der himmlische Vater anwesend und hält Seine Hand über uns.

Als Jesus Seinen Dienst beginnt heißt es in Lukas 4:1:

Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan. Und er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt

Tatsächlich ist es nicht der Teufel, der einen geistlich entkräfteten Jesus in die Wüste treibt, sondern es ist der Geist Gottes, der einen geisterfüllten Jesus in die Wüste führt. Hier erfährt Jesus eine 40-tägige Wüstenzeit, die Er gezielt zur Vorbereitung für Seinen Dienst nutzt. In der Wüste bereitet der himmlische Vater Ihn zu, und aus dieser Wüstenzeit geht Jesus geistlich gestärkt hervor. Dreimal versucht Ihn Satan zur Sünde. Dreimal weist Jesus Satan siegreich zurecht. Schließlich muss Satan aufgeben und weichen. Das war NACH der Zeit in der Wüste, in der Jesus vorbereitet wurde für Seinen Dienst.

Aber auch während seines Lebens gab es Zeiten, in denen Jesus in der Wüste Seinen himmlischen Vater aufsuchte und Ihm begegnete. In Lukas 5:16 (NLB) heißt es:

Jesus zog sich jedoch immer wieder zum Gebet in die Wüste zurück.

Gebet in der Wüste! Außerhalb der Wüstenzeiten musste Jesus viele Kämpfe kämpfen: mit Zweiflern, mit Seinen Jüngern, mit den religiösen Fanatikern und Diskutierfreudigen, mit Neidern, mit dämonisierten Personen und mit Menschen, die Ihn umbringen wollten. Das kostete selbst Jesus geistliche Kraft, aber das Gebet in der Wüste ließ Ihn nie kraftlos sein. Selbst in Seiner dunkelsten Stunde – nicht in der Wüste, sondern in einem Garten – fand er Kraft von oben.

Selbst Jesus zog durch Sandwüsten und Er kannte den Kampf in den Wüstenzeiten des Lebens. Aber gerade mitten in diesen Zeiten erfuhr Er auch immer wieder die stärkende Hand Seines Vaters im Himmel. Gott erlaubt – ja, führt manchmal hinein in Wüstenzeiten, um uns näher zu Sich selbst zu ziehen. Er möchte, dass wir Ihm auch in den Hitzezeiten des Lebens vertrauen und Ihn kennenlernen als den, der auf dem Berg und in den Tiefen, im Leben und im Sterben, auf den Höhenwegen und in den Todestälern bei uns ist.

Der Erfahrungswert, die Qualität unserer Gotteserfahrung, ist vermutlich höher, wenn wir Ihm in der Wüste begegnet sind als im Schlaraffenland.

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. (Hebräer 13:8)

Donnerstag, 3. April 2025

Wüstenzeiten (4)

Bisher ging es um mehrere verschiedene Personen aus dem Alten Testament, die alle Wüsten im Leben durchquerten mussten – Sandwüsten und auch emotionale und geistliche Wüsten. In ihrer aller Leben wurden die Zeiten in der Wüste zu Zeiten der Begegnung mit Gott. Heute sollen 2 weitere Personen folgen, die Sand- und andere Wüsten kannten, in denen sie Gott begegneten. Diesmal sind wir im Neuen Testament unterwegs.

Johannes dem Täufer! Von ihm heißt es in Matthäus 3:1+3:

In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und verkündigt in der Wüste von Judäa … Das ist der, von welchem geredet wurde durch den Propheten Jesaja, der spricht: »Die Stimme eines Rufenden ertönt in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben!«

Johannes der Täufer ist jedem Bibelleser bekannt. In der Wüste verkündigte er das Kommen des Messias. In der Wüste rief er zu Buße und Umkehr auf, und in der Wüste ließen sich Scharen von Menschen taufen. Für ihn war die Sandwüste keine Tragödie. Hier wirkte Gott durch ihn. Aber später geriet sein geistliches Leben in eine Wüste – so gewaltig, dass er an seiner eigenen Botschaft zu zweifeln begann. Um der Gerechtigkeit willen sitzt er ohne Aussicht auf Freilassung im Gefängnis. Nach Matthäus 11:3 sendet er Boten zu Jesus, mit der Frage: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?

Johannes blieb seinem Glauben und seinem Gott treu. Er starb als Märtyrer und Jesus ehrt ihn mit den Worten (Matthäus 11:10+11):

„Dieser ist’s, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.« 11 Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er.

Ja, Johannes kannte Wüstenzeiten, und in den Wüstenzeiten wandte er sich an Jesus, erfuhr von Ihm Antworten auf seine Zweifel und Fragen und wurde (ohne dass er selbst es wusste) von Jesus hoch gelobt.

Philippus! Auch er kannte Wüstenzeiten. Oft denken wir, dass die „Helden“ Gottes so mit Gott verbunden waren, dass sie nie Situationen erfahren mussten, die wir heute erleben. Über Philippus heißt es in Apostelgeschichte 8:6-8:

Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. 7 Denn die unreinen Geister fuhren aus vielen Besessenen aus mit großem Geschrei, auch viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden gesund gemacht; 8 und es kam große Freude auf in jener Stadt.

Ein reich gesegneter Dienst! Viele geistlich hungrige Menschen! Zeichen und Wunder! Heilungen und Befreiungen! Philippus war der Gesegnete des Herrn in Samaria!

UND DANN SCHICKT GOTT IHN IN DIE WÜSTE! 

Führte jemand seinen Dienst weiter? Brachte jemand anders die geistliche Ernte ein? Die Bibel schweigt darüber. Jesus beendet den Dienst des Philippus und schickt ihn auf eine einsame Straße in der Wüste. Dort begegnet er nicht nur einem Beamten aus Äthiopien, sondern auch Gott. Denn Gott fügt alles so, dass es sofort zu einem geistlichen Gespräch kommt, dass der Beamte zum rettenden Glauben an Jesus findet und sich sogar gleich taufen lässt. Manchmal befinden sich Menschen in einer Wüste und fühlen sich von Gott beraubt. Aber Gott beraubt Seine Kinder nicht! Manchmal führt Er uns in die Wüste, um uns zu zeigen, dass Er auch in der Wüste Derselbe ist.

Morgen werden wir die „Wüstenzeiten“ mit Teil 5 abschließen. Uns allen möchte ich zurufen: Lasst uns auch in den Wüstenzeiten an dem Einen festhalten, den wir in den guten Zeiten des Lebens als gerecht und treu kennengelernt haben.

Mittwoch, 2. April 2025

Wüstenzeiten (3)

Noch einmal schauen wir für hilfreiche Informationen über Wüstenzeiten ins Alte Testament.

Elia! Ihn und seine Erfahrungen dürfen wir nicht vergessen oder übersehen! Das ganze Land befand sich in einer tödlichen, geistlichen Wüste und war dabei, auch landschaftlich zu einer Wüste zu werden, denn Gott strafte Israel mit Dürre. Er gebrauchte Elia für eins Seiner bekanntesten Wunder im Alten Testament.

3½ Jahre hatte es in Israel nicht mehr geregnet. Gottes strafende Hand lag schwer auf dem götzendienerischen Volk und besonders auf seinem König, Ahab. Jetzt sandte Gott Seinen Propheten Elia, um die Götzenpriester Baals herauszufordern und ihre Kraftlosigkeit zu entblößen.

Das Wunder auf dem Berg Karmel war gewaltig! Gott hatte sich zu Seinem Propheten Elia gestellt und hatte Seine Gewalt und Herrlichkeit offenbart. Der Sieg war errungen, die falschen Propheten besiegt. Das Volk hatte sich – zumindest im ersten Schock der übernatürlichen Gottesoffenbarung – wieder zu dem lebendigen Gott bekannt. Jetzt würde es wieder regnen.

Aber nachdem Gott durch Elia einen gewaltigen Sieg errungen hatte, fiel Elia unmittelbar in eine tiefe seelisch-geistliche Wüstenzeit. Der übersprudelnde Glaube Elias schmolz wie Wachs in der Sonne und ließ sein Herz in absoluter Wüstentrockenheit zurück – mit allem, was dazugehört: Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit und Todeswunsch.

Aber gerade in dieser Wüstenzeit begegnet Gott ihm in der Wüste durch weitere Wunder und stellt ihn wieder her. Elias´ Wüstenzeit endete in der Begegnung mit Gott.

Manchmal sind es Siege, die uns eigentlich feiern lassen sollten, uns aber tatsächlich in die Wüste schicken. Ein andermal sind es Sorgen, Schmerzen oder Mutlosigkeit, die alles Leben in uns auszutrocknen scheinen. Manchmal ist es aber Gott, der uns in die Wüste führt und immer ist Er es, der uns in der Wüste begegnen möchte.

Du gehst gerade durch eine Wüste? Auch dort wartet Gott auf Dich. Er ist keine Fata Morgana, sondern real. Er ist nicht entsetzt über Dein Ausgetrocknet sein. Er ist nicht da, um Vorwürfe zu machen. Er ist da, um Dir neue Frische zu geben. Vielleicht nicht von jetzt auf jetzt, aber in einem stetig zunehmenden Prozess, wie bei Elia. Elias Bericht kannst Du nachlesen in 1 Könige 18+19.

Der Herr segne Dich!

Dienstag, 1. April 2025

Wüstenzeiten (2)

Gestern ging es in „Wüstenzeiten“ darum, dass Gott uns aus der trockenen Lebenswüste eines Lebens ohne Jesus herausgeführt hat. Damit begann ein Leben unter Seiner Herrschaft und Fürsorge. Allerdings kein Leben ohne trockene Zeiten oder Zeiten großer Hitze. Die Bibel lehrt uns deutlich, dass Gott auch manchmal in oder durch die Wüste führt.

Damit meine ich Zeiten, in denen das Leben zur Qual wird; Zeiten, in denen man sich einfach durch die Öde, Hitze und Trockenheit weiter schleppt, ohne noch ein klares Ziel vor Augen zu haben. Das Leben scheint ziellos, die Aufgaben erdrückend, die Lebenskraft aufgebraucht. Kennst Du solche Wüstenzeiten?

Lass mich Dich erinnern an einige unserer gemeinsamen Freunde, die durch ähnliche Wüstenzeiten mussten, die darin nicht gestorben, sondern gewachsen sind.

Abraham! Immer wieder beinhandelte Gottes Führung auch Wüstenzeiten. In 1 Mose 20:1 (HfA) heißt es:

Abraham zog südwärts in die Wüste Negev und wohnte eine Zeit lang zwischen Kadesch und Schur. Danach ließ er sich in der Stadt Gerar nieder.

Gleichzeitig ist Abraham unser aller Glaubensvater. Ein Vorbild des Vertrauens in Gott, den Allmächtigen. Der Gott, der ins verheißene Land führt und uns die Durststrecken der Wüste zumutet ist der Gott, der uns festhält und unseren Glauben stärkt und wachsen lässt!

Hagar! Nicht während ihrer Dienstzeit, sondern in der Wüste lernt sie Gott kennen. Das eine Mal sitzt sie als Schwangere auf der Flucht in der Wüste. Verzweifelt, hoffnungslos und hilflos. Dann, einige Jahre später, scheint sie mit ihrem Sohn – dem Tod nah – in einer Wüste.

Gott versorgt beide mit Wasser und gibt Hagar eine gewaltige Segensverheißung für ihren Sohn Ismael. In der Wüste war sie Gott auf einmalige Weise begegnet und gab Gott einen Namen, der nur in 1 Mose 16:13 erwähnt wird: „El Roi: Der Gott, der mich sieht

Mose! Mit seinen Schafen war er unterwegs – in der Wüste! Ein flüchtiger Mörder. Er hatte Gutes gewolltund versagt! Wie oft ihm das alles wohl durch den Kopf ging? Dann begegnet ihm Gott und beruft ihn zu seinem Lebenswerk. Und auch dieses – oft ermüdende – Leben spielt sich in der Wüste ab. Ein Mann, den Gott gebraucht in jahrzehntelanger Wüstenzeit. Gottes Wort bezeugt, dass es keine leichte Aufgabe war. Mose war oft am Ende seiner Kraft.

Israel! Kein Mensch und Volk hat Gott in Wüstenzeiten erleben dürfen wie das Volk Israel. Auf allen Ebenen hat Gott sich in der Hitze, den Trockenheiten und der Eintönigkeit der Wüste als der Allmächtige und Gnädige erwiesen. In der Wüste haben sie Seine Fürsorge, Führung, Heilung, Siegeskraft und vieles andere erfahren. In der Wüste haben sie Seine Stimme gehört und Seine Herrlichkeit gesehen. Nicht, dass es ihnen immer bewusst war. Die Strapazen der Wüste haben ihnen viel zu oft, und unnötigerweise, Augen und Ohren verstopft. Sie besaßen nur wenig von Abrahams Glauben. Aber Gott war auch in der Wüste bei ihnen.

Kennst Du Wüstenzeiten? Gehst Du momentan durch eine Wüste in Deinem Leben? Lass Dir sagen: Gott wartet in den Wüsten unseres Lebens auf uns. Er ist da, um Dir zu begegnen. Du bist da, um Ihm zu begegnen. Lass Wüstenzeiten in Deinem Leben zu Begegnungszeiten mit Jesus werden!