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Freitag, 21. Juli 2017

Hinter den Mauern

Kürzlich war ich im Gespräch mit einer Krankenschwester im ambulanten Pflegedienst. 200 Überstunden hatte sie angesammelt in der letzten Zeit. Die konnte sie sich nicht mal ausbezahlen lassen. Sie konnte sie nur freinehmen. Das aber ging nicht, da ja zu wenig Personal diese vielen Überstunden erst hervorgerufen hatten.

Ähnliche Informationen erfuhr ich, als eine alte Dame in die Notlage kam, einen Pflegedienst zu benötigen. Eine Organisation sagte ab, weil sie „voll“ waren. Eine andere Organisation versprach, zurückzurufen, rief aber nie zurück. Irgendwie kam die Dame dann durch eine dritte Organisation zum Ziel.

Bisher hatte ich nie Augen für die Not derer, die ambulante Hilfe brauchen noch für die Not derer, die diesen Bedürftigen helfen. Erst jetzt werden meine Augen langsam geöffnet für den Stress und die Not der Menschen auf diesem Gebiet. Wie viele Kranke, Alte und Bedürftige sitzen hinter Mauern und warten auf Hilfe, die sie dringend nötig haben. Von Außen scheint alles gut zu laufen. Von außen sieht man die Probleme nicht.

Meine Gedanken gehen weiter, über die Alten und Schwachen hinaus zu den Vielen, die hinter Mauern Schutz oder Versteck suchen, und die auch ihre Lasten zu tragen haben, Lasten der Einsamkeit, des Unverstandenseins, der Überbelastung, der Bedürftigkeit und vieler anderer Laster. Weitgehend ungesehen leben sie ihr Leben und tragen ihre Lasten, obwohl Jesus ihr Leben sein möchte und ihnen ihre Lasten abnehmen möchte.

Ich denke an Erwin. Ab und zu besuche ich ihn. Ob er einen Freund hat, weiß ich nicht. Wenn ich an seine Türe im Sozialwohnheim klopfe, hat er immer die Vorhänge zu, den Fernseher an und die Luft verbraucht. Erwin kommt aus einem anderen europäischen Land und spricht gut deusch, aber er hat einen Sprachfehler, der ihn fast unverständlich macht. Und so lebt er hinter seiner Mauer, allein. Und wie ihm geht es vielen. Nur kennen wir sie nicht, sehen wir sie nicht – ebenso wenig wie ich die Not der Alten und Bedürftigen gesehen habe, bis ich Kontakt zu ihnen und zum Pflegepersonal bekam.

Gut das Gott sieht. Er sieht dich und Deine Not, egal, ob Du Dich hinter Deine Mauer zurückgezogen hast oder offen damit umgehst. Gott sieht Dich, versteht Dich und kommt mitten hinein in Deine Situation. David – anders, als man es von einem König erwarten würde – kam oft in große Nöte. Aber er bezeugt in Psalm 18:30:

Mit meinem Gott über die Mauer springen.

Was für David gilt, gilt auch Dir, denn zum Überspringen von Mauern kommt es auf Gott an, nicht auf uns.

Gott sieht außer Dir aber auch den anderen, der sich mit seiner Not verkrochen hat. Oder vielleicht auch nicht verkrochen hat, aber einfach keine Chance sieht oder keinen Menschen hat, mit dem er darüber reden kann. Hier kommst Du ins Spiel. Gott möchte Dich gebrauchen, um denen Hoffnung zu bringen, die alleine sind. Gott möchte Dich zu „Deinem Erwin“ senden. Vielleicht, zu einer Person, die seit langem krank ist, alt, nicht mehr im Gottesdienst war, mit (un)bekannten Problemen kämpft. Gott möchte Dich gebrauchen, indem Du jemanden besuchst, vielleicht anrufst, eine Mahlzeit mit ihm teilst oder ihm einen Brief schreibst.

Bitte Gott, Die „Deinen Erwin“ zu zeigen. Aber warte nicht zu lange und zweifle nicht, wenn Gott dir „Deinen Erwin“ zeigt.

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