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Montag, 8. Mai 2017

Esra 1 - Entsetzen!

Bei der Vorbereitung einer Predigt im vergangenen Monat wurde ich beschämt. Beschämt über meine Herzenshärtigkeit und Gleichgültigkeit der Sünde gegenüber.

Als Gemeinde waren wir unterwegs im Esrabuch, in den Kapiteln 9+10. Israel war zu Hause angekommen, hatte die Stätte der Anbetung neu errichtet und sich Gott neu hingegeben. Aber sie waren noch nicht dort, wo sie hätten sein sollen. Israel hatte eine schlimme Sünde in ihrer Mitte akzeptiert: Gläubige hatten Ungläubige geheiratet. Das Volk Gottes hatte sich mit solchen vermischt, die nicht zum Volk Gottes gehörten.

Esra war entsetzt! Er fastete, weinte, betete, suchte den Herrn und erhob seine Stimme zu Gott. Er rief das Volk zur Umkehr auf und forderte, geschehenes Unrecht zu korrigieren.

Super! Was aber ist daran beschämend?

Beschämend ist das Vorbild Esras! Esra war ja nicht über seine eigene Sünde entsetzt, sondern über die Sünde anderer – genauer: darüber dass Menschen, die sich zum Volk Gottes zählten, Gott durch ihre Sünde so eine schallende Ohrfeige gaben. Esra war über die Mischehen zwischen Gottesfürchtigen und Nichtgläubigen bestürzt und entsetzt. Und diese Art des Entsetzens über Sünde, die fehlt mir und mit mir vielen anderen: Das Entsetzen über die Sünde in der Welt, die vielleicht gar nicht meine persönliche Sünde ist.

Vielleicht hilft ein Beispiel uns weiter. Stellen wir uns eine Vorzeigefamilie mit fünf Kindern vor. Die Eltern haben sich ihr Leben lang rührend um ihre Kinder gekümmert, alles für sie geopfert und ihre eigenen Interessen hintenan gestellt. Dann hören 4 der Kinder, wie ein Sohn sich dem Vater im Garten lautstark widersetzt. Er hatte dem Vater 50 Euro geklaut und war zur Rede gestellt worden. Nachbarn kommen zusammen und beobachten den Ungehorsam und die Respektlosigkeit des Sohnes. Die andern Kinder kommen dazu u. sehen, wie ihr Bruder dem Vater schallend eine ins Gesicht haut. Die Geschwister sind entsetzt. Sie sind entsetzt über die Respektlosigkeit ihres Bruders. Sie sind entsetzt über den Diebstahl ihres Bruders und über die Unehre, die er über den Vater gebracht hat. Nicht sie haben den Vater beklaut, geschlagen und verunehrt, sondern ihr Bruder. Aber der war einer von ihnen.

Vielleicht hilft uns dieses schwache Beispiel, etwas besser zu verstehen, warum Esra so bestürzt ist und so handelt, wie er es tut. Wir würden nicht erwarten, dass die Kinder wegschauen und zueinander sagen: „Ach ja, das muss er selber wissen, was er tut. Ist ja nicht richtig, aber das ist seine Verantwortung, nicht meine. Da mischen wir uns nicht ein!“ Wir wären wahrscheinlich entsetzt. Je nach Alter, je nach Entsetzen würden wir schreien, würden weinen, würden unserem Vater zu Hilfe kommen.

So war auch Esra entsetzt. Er weinte. Er raufte sich vor Entsetzen den Bart. Esra war unter Schock. UND ER BETET!

Möge der Herr auch Sein Volk heute – möge der Herr Seine Gemeinde ganz neu beschenken mit dem Entsetzen Esras. Ein Entsetzen – nicht (nur) über die eigene Sünde, sondern über Sünde im Volk Gottes. Und möge Er uns Esras Reaktion ins Herz brennen, denn Esra schrie nicht die Sünder an, sondern er schrie in seiner Not zu Gott. Er raufte nicht den Bart der Übertreter, sondern seinen eigenen. Er bekannte die Sünde der anderen als seine eigene, stellte sich darunter und trug sie mit. Aber er trug sie nicht weit: Er trug sie zum Herrn!

Möge das auch unser Entsetzen und unsere Reaktion sein.

Morgen etwas mehr zum Thema!

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