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Donnerstag, 24. September 2015

Pilgerreise

Die Hajj (sprich: Haddsch) – die jährliche Pilgerreise von über 2 Millionen Moslems nach Mekka neigt sich in diesem Jahr dem Ende zu. Millionen machen sich auf den Heimweg, gestärkt von einem „Wir-Gefühl“ und der riesigen Freude, dass sie den 5. Grundpfeiler des Islams trotz aller Härten erfüllt haben. Sie sind jetzt geachtet und geehrt in ihrem Umfeld und dürfen den Titel Haddschi oder Haddscha tragen.

Auch die Bibel spricht von Pilgern. Wer zu Jesus gehört, ist Pilger. Petrus spricht die Empfänger seines Briefes als Pilger an. Er schreibt::

Geliebte, in dieser Welt seid ihr ohne Bürgerrecht und Fremde.
 (1 Petrus 2:11)

Luther übersetzt: „Fremdlinge und Pilger“. Was bedeutet das, wenn die Bibel uns als Fremdlinge und Pilger bezeichnet?

Unser Zuhause ist nicht hier auf der Erde. In Philipper 3:20 heißt es:

„Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel,
von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter.“

Hebräer 11:13,14+16 macht ähnliche Aussagen über solche, die dem Herrn gefolgt sind:

All diese Menschen glaubten bis zu ihrem Tod, ohne erhalten zu haben, was Gott ihnen versprochen hatte. Doch sie sahen das, was ihnen zugesagt war, von weitem und freuten sich darauf, denn sie hatten erkannt und bezeugt, dass sie hier auf der Erde nur Gäste ohne Bürgerrecht und Fremde waren. Und sie bekannten damit, dass sie auf der Suche waren nach einem Land, das sie ihre Heimat nennen konnten (...) sie suchten nach einem besseren Ort, einer Heimat im Himmel. Deshalb schämt Gott sich nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt im Himmel gebaut.

Natürlich sollen Christen die vorbildlichsten Staatsbürger in der gesamten Gesellschaft sein. Aber es lässt sich nicht überlesen, dass unsere erste und wichtigste Staatsbürgerschaft nicht auf der Erde ist sondern im Himmel! Wir sind Himmelsbürger und Jesus ist unser König, unser oberster Regent. Christen dürfen nie vergessen, dass sie hier auf der Erde nur auf der Durchreise sind. Das darf und soll unser Leben prägen. Unser irdisches Lebenals Durchreisestation verstanden – wird bestimmen wie wir unsere Zeit einteilen, auf welcher Ebene wir unseren Lebensstandard einrichten, für was wir unser Geld ausgeben oder anlegen, wie stark wir uns durch Sorgen beeinflussen lassen, wie wir unsre Kinder erziehen und welche Werte wir ihnen vermitteln und vieles andere mehr.

Zu einem berühmten jüdischen Rabbi in Polen kam ein Tourist, um Fragen zu stellen und ihn um Rat zu bitten. Als der Tourist in das Zimmer des Rabbis kam, sah er, dass die Wohnung aus einem winzigen Zimmer bestand. Darin befand sich lediglich eine Bank, ein Tisch mit Stuhl und viele Bücher. Ganz verwundert fragte der Tourist den Rabbi: «Meister, wo haben Sie Ihre Möbel und den Hausrat?»  Vom Rabbi kam die Gegenfrage: «Wo haben Sie Ihre?» «Meine?» fragte der verblüffte Fremde, «ich bin nur zu Besuch hier. Ich bin nur auf der Durchreise!»  «Ich auch!» antwortete der Rabbi.

Die Lebensweise muß sicher nicht bei jedem Christen gleich sein. Aber wie dieser Rabbi dürfen wir Christen nie vergessen, dass wir auf dieser Erde und in diesem Körper nur auf der Durchreise sind – und dem gemäß leben. Die Pilgerreise lohnt sich, denn sie führt in Gottes ewige, herrliche Welt, unsere Heimat. Davon spricht Paulus in Kolosser 3:2

‘Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem,
was auf Erden ist;’ (lebt für die Ewigkeit!)

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